Kiel Schauspiel

Fratzen im Spiegel Gogol «Der Revisor»

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Er ist in der Stadt. Und zwar anonym. Der Revisor, ein Wirtschaftsprüfer. In Gogols Stück glauben ihn Dobtschinski und Bobtschinski identi­fiziert zu haben. Gleich zu Beginn. Und so führen sie die Dorfgemeinschaft auf eine falsche Fährte. Allein der Zuschauer ahnt den Irrtum und findet Gründe genug zum Amüsement.

Malte Kreutzfeldt hat Gogols Komödie in Kiel auf die Bühne gebracht.

Die Ansammlung von Vintage-Persern, ein blaugrünes Samtsofa und jede Menge Türen in Richtung Seitenbühne: Natürlich gilt es einige Nikolaus Porz’ reduziertes Setting könnte – wäre da nicht ein silbern glänzender Samowar – überall sein. Doch die Darsteller rücken an dem lauen Mai-Abend in voller Pelzmützenmantelmontur an und singen den Moskau-Hit von Dschin­ghis Khan. Es ist eine skurrile, eigensinnige Personage. Der Stadt–hauptmann (Werner Klockow) selbst hat Mühe, zu Gehör zu kommen. Auch weil das Mikrofon ihm einen ersten Slapstick-Streich spielt. Er will alle zur Räson rufen, zumindest so lange der Revisor vor Ort ist. Natürlich gilt es einiges zu vertuschen, vor allem den «ewig jammernden Mittelstand» – Klockows Blick gleitet durchs Parkett – zu beruhigen und dem vermeint­lichen Revisor nur die ...

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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Katrin Ullmann

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