Mainz Staatstheater, TIC

Im Vorüberfliegen: Paul Wiersbinski «Autofahrt ins All» (U)

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Eine Geschichte immerhin lässt sich erahnen. Zu Beginn geht es um eine Hartz-IV-Kneipe, in der Arbeitslose mittags umsonst saufen können, abends kommen dann die Besserverdienenden und zahlen die Zeche. In der Kneipe wird es Wiersbinskis Theatertext aber schnell zu eng. Also will er raus und sich überall dort heimisch fühlen, wo sein Autor am liebsten ist: in der großen weiten Welt. 

Der Städelschüler Wiersbinski ist Perfor­­mance­künstler und als solcher viel unterwegs.

In einem Grußvideo auf der Homepage des Main­zer Theaters gibt er als Entstehungs–orte für sein irrlichterndes «Autofahrt ins All» Berlin, Mexico City, Los Angeles, die Azoren und einen Schlosspark in Niederösterreich an. Dass sich einem wie ihm die Welt im Vorbeifliegen erklärt, manifestiert sich in seinem Theatertext dergestalt, dass er Menschen nur als Figuren Eins, Zwei und Drei wahrnimmt.

In der Mainzer Uraufführung werden die Bedeutungsträger von Tilman Rose, Mathias Spaan und Pascale Pfeuti gespielt. Drei Schauspieler, die einiges von dem beherrschen, was man in ihrem Job können muss. Irgendwann aber sitzen zwei von ihnen mindestens fünfzehn Minuten nur noch bewegungslos wie Puppen eines barocken Lustspiels ...

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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Jürgen Berger

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