Festival: Keiner hat uns lieb
Privattheatertage» ist ein eigenartiger Name für ein Festival. Eigenartig, weil «Privattheater» eine ökonomische und keine ästhetische Kategorie ist: Ein Privattheater ist ein Theater in privater im Gegensatz zum Theater in öffentlicher Trägerschaft. Und weil private Träger Geld verdienen wollen, hängt diesen Bühnen der Ruf an, ein leicht verdauliches Programm zu fahren.
Was zwar schon eine ästhetische Frage ist, allerdings verschleiert, dass Privattheater nicht völlig ohne Förderung durch die öffentliche Hand auskommen müssen, das heißt: ihre Dramaturgie nicht ausschließlich nach marktwirtschaft–lichen Kriterien auszurichten brauchen. Das verwischt die Grenzen zwischen Privat- und Stadttheater, zum Beispiel wenn man sich die rechtlich als Privattheater organisierte, öffentlich aber als Stadttheater wahrgenommene Berliner Schaubühne oder das Berliner Ensemble anschaut.
Kriterium Qualität
Um diese Bühnen ging es Axel Schneider, im Hauptberuf Intendant der Hamburger Kammerspiele, des Altonaer Theaters und des Harburger Theaters, nicht, als er vor einem Jahr erstmals sein Konzept für «Privattheatertage» vorstellte. Schneider, der an seinem Haupthaus in Altona vor allem solides ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Magazin, Seite 60
von Falk Schreiber
Auch Frankfurt tut es!
Bei der Liste der Regieausbildungen in TH 6/12 fehlte unverzeihlicherweise die Mainmetropole Frankfurt, weil sich eine ihrer Mailadressen als toter Briefkasten erwiesen hat. Hier die vollständigen – und funktionierenden – Kontaktdaten!
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst
Eschersheimer Landstraße 29–39
60322 Frankfurt am Main
Tel.: (+49)...
Es war einmal, und es war nicht immer nur schön. Auf jeden Fall aber konnte der Nachwuchs sich damals noch selbstbestimmt den Arm brechen, und die Eltern fielen erst Wochen später in Ohnmacht, wenn der Kleine sich verplappert hatte: Okay, okay, der hat sich doch tatsächlich mit seinen Freunden in diesen Höhlen oben im Berg rumgetrieben, tagelang und obwohl die doch...
Wolfgang Wiens ist tot. Mit ihm ist eine der letzten großen Dramaturgen–persönlichkeiten gegangen. Er war kein Feuilletonist, kein Philosoph, kein Künstler-Bohemien, sah sich nicht als Regisseur (obwohl er gelegentlich als solcher arbeitete), war kein Theaterautor, kein Kunst-Ideologe, kein Weltverbesserer, kein Kurator oder Diskursspezialist. Nein, er leistete als...
