Hamburg: Trautes Heim

Samuel Beckett «Glückliche Tage»

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Es gibt diese alten mechanischen Wecker, bei denen ein Hämmerchen zwischen zwei Klingeln hin- und herschlägt: unvorstellbar laut, unvorstellbar nervtötend. Man schläft unruhig, einerseits wachgehalten vom lauten Ticken, andererseits schon am Abend in Angst vor dem Geschepper, das einen am nächsten Morgen aus wirren Träumen reißen wird. Solch ein Wecker ertönt jedesmal, wenn Winnie und Willie in Katie Mitchells Inszenierung von Samuel Becketts «Glückliche Tage» am Hamburger Schauspielhaus für eine Sekunde die Augen schließen.

Keine Entspannung, fürs Publikum nicht und für Julia Wieninger und Paul Herwig als Winnie und Willie erst recht nicht.

Entspannung gönnt Mitchell den beiden aber auch ohne Wecker keine. Bühnenbildner Alex Eales nämlich hat die abstrakte Anlage des Stücks konkretisiert: Aus dem undefinierbaren Erdhaufen, in dem Winnie bei Beckett nach und nach versinkt, wurde im Malersaal des Schauspielhauses eine (klein-)bürgerliche Wohnküche, mit Kochzeile, Schränken sowie einem leicht angeschmuddelten Sofa. Und diese Wohnküche steht unter Wasser: Zunächst steckt Winnie hüfthoch in der grünbraunen Brühe, später dann bis zur Unterlippe, was für die Darsteller die Tortur eines ...

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Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Falk Schreiber

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