Bürgerbesen und Seifenblasen-Despoten

Burkina Faso ist neuerdings nicht mehr der Hort politischer Stabilität, den der gestürzte Präsident Blaise Compaoré 27 Jahre um den Preis bitterer Armut garantiert hatte. Und wie geht es dort dem Theater, u.a. auch Christoph Schlingensiefs Operndorf?

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Man ist schlechte Nachrichten aus Afrika so gewohnt, dass gute schnell durchs Bewusstsein fallen – selbst dann, wenn ein Volk friedlich in vier Tagen seinen seit 27 Jahren regierenden, korrupten Präsidenten wegfegt, weil es Lust auf Demokratie hat. Immer noch gehört Burkina Faso zu den 15 ärmsten Ländern der Welt, nur ein Land von der Ebola-Epidemie entfernt.

Das letzte, was man davon mitbekommt, ist allerdings das Fieberthermometer, das ausgerechnet Reisenden aus Brüssel am Flughafen in Ouagadougou ans Ohr gehalten wird – und Demonstranten, die Schilder mit der Aufschrift «Blaise = Ebola» herumtragen.

Immer noch liegt in Burkina Faso die Alphabetisierung unter 23 Prozent, das Bruttoinlandsprodukt bei 370 Euro, die Lebenserwartung bei 55 Jahren. 700.000 Kinder arbeiten allein in den 600 burkinischen Goldminen. In den Graphitsteinbrüchen von Pissy, drei Kilometer vom Theaterfestival «Récréatrales» entfernt, verdienen sie in sengender Hitze im Gestank von brennenden Reifen 1,50 Euro pro Tag beim Steine-klopfen.

 

Und dennoch hat ausgerechnet das kleine westafrikanische Binnenland mit seinen rund 17 Millionen Einwohnern eine der reichsten Kulturlandschaften Afrikas. 112 Film-, Tanz- ...

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Theater heute April 2015
Rubrik: Ausland, Seite 34
von Dorothea Marcus

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