Die Welt im Stück
Wie schreibt man mit zwei Menschen eine ganze Welt? Es dürfen auch drei oder vier sein, aber selten mehr als ein Dutzend. Es muss auch nicht immer gleich die ganze Welt sein, aber doch wenigstens ein wichtiger Teil davon, ein bedeutendes Problem, ein entscheidender Konflikt, eine aufschlussreiche Situation. Auf jeden Fall deutlich mehr als das Privatproblem von Herrn X oder Frau Y – soviel darf man schon verlangen von einem ordentlichen Theaterstück. Nicht nur so ein Partikularproblemchen von hinten links.
Solch ein Anspruch war vor dreißig, vierzig, fünfzig Jahren deutlich einfacher einzulösen. Als die deutsche Bundesrepublik noch eine ordentliche Gesellschaftszwiebel mit dickem Bauch und kurzen Enden war; als eine solide, berechenbare Angestelltenwelt mit ihren gerne repressiven kleinbürgerlichen Konventionen am Familientisch entschied, was Normalität bedeutet. Kurz: als das Normalmenschenschicksal nicht nur für sich, sondern irgendwie auch für alle sprach und wir in einer vielleicht autoritären, oft leicht langweiligen, aber einigermaßen überschaubaren fordistischen Nachkriegsmoderne lebten. Darin wurden dann Generationen- oder Emanzipationskonflikte geklärt oder soziale Fragen ...
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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Mülheim Stücke, Seite 36
von Franz Wille
Es fließt. Alles irgendwie. Und das in einer Stadt, in der sonst auch ziemlich viel steht – vor allem Autos im Dauerstau. Aber zumindest im Schauspielhaus ist gerade Fluxus und damit Bewegung angesagt. Schorsch Kamerun, Punkaltmeister und Antiautoritätskünstler, hält Hof. In blauer Zirkusdirektorenuniform domptiert er für seine «Fluxus-Konzertinstallation» eine...
Wer eine knappe Viertelstunde vor Schluss, nach gut fünfeinhalb Stunden in den kuscheligen Polstern des Wiener Burgtheaters noch einen Hinweis nötig hatte, worum es geht, den klärte Sophie Rois auf: «Die Burg gehört jetzt mir!» Wobei «die Burg» mindestens dreierlei bedeutet: Neben dem österreichischen Nationaltheater, dem am Tag vor der Premiere der Direktor per...
Aachen, Theater
9. Gintersdorfer, Partir à l’aventure (U)
R. Monika Gintersdorfer
10. nach Moodysson, Zusammen!
R. Elina Finkel
30. Bärfuss, Die sexuellen Neurosen
unserer Eltern
R. Jenke Nordalm
Aalen, Theater der Stadt
4. Projekt, Yolo! Du lebst nur einmal
R. Ramona Suresh
29. Campbell, Mr. Pilks Irrenhaus
R. Arwid Klaws, Jonathan Giele
31. Ende, Momo
R. Petra Jenni
Altenburg/...
