Ruf des Südens

Die geografische Verteilung der diesjährigen Theatertreffen-Auswahl zeigt eine bemerkenswerte Dominanz der Theater südlich des Weißwurstäquators. Eine Übersicht der zehn eingeladenen Inszenierungen aus München, Zürich, Wien, Stuttgart und Berlin

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Es gibt ein Tabuwort im Großgespräch, das – mit zunehmendem Crescendo zwischen November und Anfang Februar – in der Theatertreffen-Jury geführt wird. Das Wort heißt «Tableau» und bezeichnet das Gesamtergebnis der letzten Jurydiskussion: das Programm, das alljährlich im Mai die Theatersäle in Berlin füllen soll. Auf das Tableau soll eigentlich kein einziger Gedanke verschwendet werden. Über einzelne Inszenierungen reden wir, sieben Kritikerinnen und Kritiker, deren Innovationsregie, Schauspielerhöchstleistungen, Sensationsbühnenbilder wägen wir gegeneinander ab.

Am Ende aller Diskussion aber steht natürlich genau das: ein Tableau des deutschsprachigen Theaters der vergangenen zwölf Monate, das dazu einlädt, über Trends, Tendenzen, Aufbrüche Auskunft zu geben. Gibt es vielleicht doch so etwas wie den roten Faden, der sich hindurchzieht durchs Unterschiedlichste – das eine Thema, die dominante Form, die zwingende ästhetische Setzung?

Die Antwort ist natürlich: nein. Das Theater in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist eine Wundertüte an Vielfalt, jedenfalls da, wo das Regime des finanziellen Engpasses noch nicht Mainstream und leichte Konsumierbarkeit diktiert, um die Säle ...

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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Theatertreffen Berlin, Seite 26
von Barbara Burckhardt

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