Die gute Gesellschaft

Gombrowiczs «Yvonne, die Burgunderprinzessin», Koltès’ «Roberto Zucco» und Buñuels «Der diskrete Charme der Bourgeoisie» am Schauspielhaus Zürich

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Ungerufen steht sie da, wie aus dem Boden gewachsen. Yvonne, die Burgunderprinzessin. Die Hässlichkeit in Person. Ein ferkelrosafarbenes Hängerchen wölbt sich über fassrundem Bauch. Aus dem mit weißer Spitze verkleideten Ausschnitt wächst ein kurzer Hals, darauf sitzt der kräftige Schädel von Gottfried Breitfuss. Unter seiner lächerlich blonden Pagenschnitt-Perücke schickt der Zürcher Schauspieler einen altjüngferlichen Blick ins Publikum. Einen Blick aus Clownsaugen, die unmissverständlich mit aller Lebensfreude abgeschlossen haben.

Yvonnes Tante tritt hinzu.

Und weil die Regisseurin und Zürcher Schauspielhaus-Intendantin Barbara Frey die absurde Tragikomödie «Yvonne, die Burgunderprinzessin» konsequent mit Männern besetzt hat, trägt diese Tante erstens Siggi Schwienteks Damenbart und zweitens eine knöcherne Abneigung gegen die eigene missratene Sippschaft spazieren.

Zur Mitte der Spielzeit hat sich das Schauspielhaus Zürich auf seine Abo-Stammklientel eingeschossen. Barbara Freys «Yvonne» bebildert die wüste Willkür, mit der ein maliziöser Geldadel seinen Emotionshaushalt bewirtschaftet. «Der diskrete Charme der Bourgeoisie» verwandelt sich unter dem Einfluss von Luis Bunuel und ...

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Theater heute März 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 20
von Stephan Reuter

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