Aus den Kinderstuben der Macht

Die neue englische Regierung hat die alten Klassenverhältnisse wieder hergestellt. Das Londoner Royal Court Theatre hat die Stücke zur Stunde, Laura Wades «Posh» und D C Moores «The Empire»

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England gewöhnt sich an seine neue Regierung. Die in ihren ersten Arbeitswochen mit den Worten «Sparprogramm» dem Arts Council England Budgetkürzungen von insgesamt fünf Prozent oder 23 Millionen Pfund verordnet hat. Das «goldene Zeitalter» der Investi­tion in die Kultur unter Labour scheint erstmal vorbei. Doch, sagt Dominic Cooke, Intendant des Londoner Royal Court Theatre, der Unterschied zwischen der frisch gewählten Koalition und Mrs.

Thatcher ist: Inzwischen erkennen die britischen Politiker zumindest theoretisch an, dass Kultur wichtig ist – für die nationale Identitätsbildung wie als Wirtschaftsfaktor.

Und als Wirtschaftsfaktor ist das Royal Court, inzwischen seit drei Jahren unter Cookes Regierung, zur Zeit tatsächlich äußerst erfolgreich. Dieses Jahr zogen das erste Mal seit 1968 in der Royal-Court-Geschichte zwei Folgeproduktionen vom ausverkauften Großen Haus ins kommerzielle West End – Jez Butterworths «Jerusalem» (s. Th 10/09) und Lucy Prebbles Hit «Enron». Die letzte von Kritikern und Publikum bejubelte Inszenierung, für die schon ein paar Tage nach der Premiere keine Karten mehr zu haben waren, Laura Wades «Posh», wartet gerade auf ihren West End Transfer.


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Theater heute August / September 2010
Rubrik: Ausland, Seite 66
von Patricia Benecke

Vergriffen
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