Der bessere Eidgenosse
Die Soldaten verschnarchen das Schönste. In Unterhemden und Hosenträgern liegen sie in einer Nische des Basler Schauspielhauses, ein Knäuel eidgenössischer Landser auf Gefechtspause, da springt ein massiger Offizier auf die abschüssigen Planken und trällert ein Mundartliedli. Ein wunderlicher Anblick ist das, denn der Offizier hat schwarze Hautfarbe, trägt russische Pelzmütze, dazu ein aufgenähtes Schweizerkreuz, und wird vom Nigerianer Nick Monu verkörpert, einem weit gereisten Schauspieler mit angelsächsischer Ausbildung, schaubühnen- und burgtheatergestählt.
Damit stehen wir an der diffusen weltpolitischen Front, die Christian Kracht für seinen anti-utopischen Roman «Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten» erfunden hat. Zum Saisonende haben zwei Theater Bühnenversionen entwickelt: Das Stuttgarter Staatsschauspiel verabschiedet sich mit der Inszenierung von seiner Dependance Theater im Depot (Regie: Armin Petras), das Theater Basel
hat Corinna von Rad für die Uraufführung engagiert.
Der farbige Parteikommissär ist ein Söldner, angeheuert von Schweizer Militärs, die Afrika als Human Ressource für einen 100-jährigen Krieg ausbeuten. Die Eidgenossen der Schweizerischen ...
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Die, der, und, in, zu, den, das, nicht» … exakt einhundert deutsche Worte machen circa fünfzig Prozent unseres Alltagswortschatzes aus. In Lukas Bärfuss’ Schauspiel «Öl» übt Eva Kahmer, die ihrem von der
Ölsuche besessenen Mann in eine entlegene Region Europas gefolgt ist, diese sinnlos aneinandergereihten Wörter in verbissener Unnachgiebigkeit mit Gomua, ihrer...
Woyzeck in Weimar, ausgerechnet. Zwar nicht im repräsentativen Nationaltheater unmittelbar im Rücken der großen Bronze-Klassiker Goethe und Schiller, sondern fünf Minuten entfernt im E-Werk: einer dieser zahllosen malerischen Ziegelbauten aus der industriellen Moderne, die mittlerweile als Romantikhotels für die (darstellenden) Künste eine neue Bestimmung...
Die neue Spielzeit beginnt traditionsgemäß mit den ganz großen Brocken. Gerne auch inszeniert von den Hausherren und -frauen unserer Theater persönlich: So importiert Volksbühnen-Chef Frank Castorf seine Moskauer Tschechow-Kombi aus «Drei Schwestern» und die «Die Bauern» nach Berlin, wo ihm Dimiter Gotscheff zur Saisoneröffnung mit einer «Chinesin» nach Godards...
