Brief aus Kolkata

Assia Maria Harwazinski über tanzende Kinder im Slum

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Das Rotlicht-Viertel Kalighat befindet sich mitten in der 15-Millionen-Stadt Kolkata im indischen Bundesstaat Bengalen. Es ist ein Slum, in dem etwa eintausend Frauen mit ihren Kindern zusammenleben. Man sieht die Kinder auf den Dächern. Vergnügt lassen sie Drachen steigen. Die Realität ist: Ihre Mütter liegen unterdessen in den armseligen Hütten mit einem Freier im Bett. Grausam ist, dass sich die Kleinsten, während die Mütter sich prostituieren, unter dem Bett verstecken und keinen Mucks von sich geben.

Diese Situation prangerte schon die Regisseurin Myra Nair in ihrem berühmten Film «Salaam Bombay» an. Damals, 1988, schwappte eine Welle der Empörung durch Indien. An der Lage der Frauen und Kinder änderte sie wenig. Ihre Väter kennen die Kinder und Jugendlichen nicht, die meisten sind drogenabhängig, viele stammen aus der untersten Kaste der Dalits, der «Unberührbaren». Mit Drogen gefügig gemacht, steigt die Zahl der HIV-Infizierten ständig.

Es ist eine geschlossene Welt, aus der es kein Entkommen zu geben scheint. Die Kinder werden selber Prostituierte und Dealer. Im aktuellen Dokumentarfilm «Born into Brothels» von Zana Briski und Ross Kauffman sieht man zum ersten Mal, wie die ...

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Tanz Januar 2009
Rubrik: Brief, Seite 49
von Assia Maria Harwazinski

Vergriffen
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