Anthony Rizzi
Eine Kritikerin vermisste bei ihm einen «roten Faden». «Wieso roter Faden?», wunderte sich Anthony Rizzi, «es gibt nur diesen einen roten Faden: von der Geburt» – er rammt eine Hand vor sich in die Luft – «bis zum Tod.» Die andere Hand markiert den Schlusspunkt nicht weit davon entfernt. Die Hand zieht noch mal über die Strecke, formt einen Raum. In dieser kleinen Geste steckt der ganze Tony Rizzi. Wenn es ihn denn je in Gänze gibt.
Auf der Bühne spricht er und tanzt. Er spricht von sich und von der Welt. Er ist ein beneidenswert unterhaltsamer Erzähler.
Obwohl nicht alle seine Witze gut sind. Oder geschmackvoll. Trotzdem – oder deswegen – erzählt er sie. Seine Geschichten spickt er mit Dialogen, lässt Stimme Rollen spielen, voller Tonhöhen, Charaktere, Gefühle. Das tut er auch bei Interviews, zu denen er ohne zu zögern in seine Privaträume einlädt. Geschichten aus solchen Gesprächen entdecke ich Wochen später in seiner Performance wieder. Sein Frankfurter WG-Küchentisch ist für ihn auch eine Bühne, das Theater ein fast intimes Zusammentreffen mit Leuten, die vor ihm sitzen. Im Tanzhaus NRW, wo er im Rahmen des riesigen Pina-Bausch-Festivals gastierte, musste er die Atmosphäre im zu ...
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ist verdächtig. Sie verändert die Welt. Heute kleidet sie sich so, morgen benimmt sie sich anders. Das ist in intellektuellen Künstlerkreisen sehr verdächtig. Aber nur, weil Mode das ist, was die Kunst am liebsten selber tun wollte. Die Welt verändern. Was nicht ging, denn stets haftete der Kunst der Makel an, für Beständigkeit, für Identität und große Werte zu...
John Sergeant tanzt mit der Eleganz eines lahmenden Elefanten und der Grazie eines nie geküssten Froschs. Das macht ihn zum neuen Sexsymbol der reiferen britischen Damenwelt und zum berühmtesten Tänzer Englands. Der ehemalige politische Berichterstatter der BBC nahm an der sechsten Staffel des BBC-Tanzwettbewerbs «Strictly Come Dancing» teil und wurde Woche für...
Eine Sperrholzwand riegelt die Tiefe des Bockenheimer Depots in Frankfurt am Main ab. Gucklöcher sind hineingefräst, durch die wir hindurchspähen. Der Blick fällt in einen Raum, der wie ein unaufgeräumtes Künstleratelier aussieht. Großflächige Fotos stehen herum, auf denen die Tänzer der Forsythe Company als computertechnisch verzerrte Gestalten abgebildet sind....
