bilderbuch-ballerina: Tamara Karsawina
Eine einfache tanzhistorische Formel lautet: «Diaghilew + Nijinsky = Ballets Russes». Beim Blättern in Andrew R. Fosters Bildband wird derlei Erinnerungsspuk indes sofort ausgetrieben. Dass die 1885 in Petersburg geborene Ballerina zu Sergei Diaghilews Höhenflug nicht weniger beigetragen hat als ihr legendärer Kollege, belegt Foster auf knapp 250 Seiten mit herrlichen, ebenso kompetent wie kurzweilig kommentierten Illustrationen.
Kein Verlag stand hinter dem Publikationsprojekt, was das großformatige Ergebnis umso erstaunlicher macht: Der britische Autor, der die weltweit größte Sammlung von Karsawina-Fotos sein eigen nennt, hat in archivalischer Kleinarbeit das Porträt einer Tänzerin zusammengesetzt, die auf wie hinter der Bühne durch jede Menge Höhen und Tiefen ging.
Das Buch dokumentiert Karsawinas steile Karriere bis zur Emigration 1918, zeigt aber auch eine Frau, die sich coram publico aus dem Babyspeck schälte und zur einzigartigen «Muse der Melancholie» wurde – mit ebenso eminenter Begabung fürs kapriziöse Fach. Reagierten die St. Petersburger Kritiker zunächst reserviert, so tanzte Karsawina sich so überzeugend frei, dass selbst ihr ärgster Widersacher Walerian Swetlow ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Thomas Hauert arbeitet mit dem Zürcher Ballett. Eigentlich eine gute Nachricht – und ein mutiger Entschluss von Ballettdirektor Heinz Spoerli. Kurz davor hatte Hauert in Zürich «You’ve changed» mit seiner Kompanie ZOO gezeigt – bei Weitem nicht sein bestes Stück. Nun musste er die klassischen Tänzer am Opernhaus mit seiner Improvisationstechnik vertraut machen –...
Sie sind Leiterin des Koninklijk Ballet van Vlaanderen, das laut einer Regierungsvorlage der flämischen Kulturministerin Joke Schauvliege 2013 mit der Vlaamse Opera fusionieren und nur noch einem Intendanten unterstellt sein soll: ein Plan, der Sie auf die Palme brachte. Sie drohten nicht nur Ihren Rücktritt an, sondern nannten in einem aufsehen-erregenden...
Mario Schröder ist der neue Chef des Leipziger Balletts. Sein Einstand hätte besser nicht laufen können. Standing Ovations gab es für die Eröffnungspremiere «Chaplin» und einen Strauß Komplimente von keiner Geringeren als Geraldine Chaplin, die extra nach Leipzig gereist war, um die Hommage an ihren Vater in postumer Stellvertretung entgegenzunehmen. Womöglich war...
