skandal in belgien: Kathryn Bennetts
Sie sind Leiterin des Koninklijk Ballet van Vlaanderen, das laut einer Regierungsvorlage der flämischen Kulturministerin Joke Schauvliege 2013 mit der Vlaamse Opera fusionieren und nur noch einem Intendanten unterstellt sein soll: ein Plan, der Sie auf die Palme brachte. Sie drohten nicht nur Ihren Rücktritt an, sondern nannten in einem aufsehen-erregenden Fernsehinterview die Missstände auch beim Namen.
Ich konnte nicht anders. Ich war dermaßen geladen.
Andere Ballettdirektoren wären diplomatischer vorgegangen.
Alle wurden über die Regierungsvorlage per E-Mail informiert – nur ich, die Betroffene, nicht. Angeblich kannte niemand meine Adresse. Ich dachte: Das gibt es doch nicht! Mir ist da einfach der Kragen geplatzt. In solchen Momenten muss man die Wahrheit sagen.
Ihr Auftritt blieb auch im Internet nicht unbeachtet.
Das Interview kam im Fernsehen. Ich hatte keine Ahnung, dass man es ins Netz stellt. Am nächsten Morgen waren auf meiner Facebook-Seite und Mailbox Reaktionen aus Amerika und der ganzen Welt. Viele wandten sich direkt an die Kulturministerin. Und da mir die meisten eine Kopie ihrer Mail zukommen ließen, weiß ich, wer schrieb: bekannte Opernsänger, Schauspieler, ...
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