zürich: Thomas Hauert «Il Giornale della Necropoli»
Thomas Hauert arbeitet mit dem Zürcher Ballett. Eigentlich eine gute Nachricht – und ein mutiger Entschluss von Ballettdirektor Heinz Spoerli. Kurz davor hatte Hauert in Zürich «You’ve changed» mit seiner Kompanie ZOO gezeigt – bei Weitem nicht sein bestes Stück. Nun musste er die klassischen Tänzer am Opernhaus mit seiner Improvisationstechnik vertraut machen – Improvisieren sind diese nicht gewohnt. Und dann sein Stück neben Jiří Kyliáns magischen «Falling Angels» und Heinz Spoerlis schneller und harter Choreografie «Le sacre du printemps» präsentieren.
Wie würde Hauert da wirken? Er hat sich stets Glanz und Gloria im Tanz mit sprödem Charme hartnäckig widersetzt. So auch in «You’ve changed». Den Plüschanzügen aus seiner letzten Arbeit gleichen nun die Schlabber-Overalls, in die Thierry Rondenet und Hervé Yvrenogeau die eleganten Züricher Tänzer gesteckt haben. Dazu kommt, dass die Komposition «Il giornale della necropoli» von Salvatore Sciarrino, die dem Stück den Titel gibt, weniger zugänglich ist als Steve Reichs «Drumming» und Igor Strawinskys «Sacre». Es ist Musik für eine Stadt von Toten, und diese Toten sind, laut Aussage des Komponisten, wir. Ein Akkordeon auf der Bühne ...
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