europa fördert
Nennen wir ihn der Einfachheit halber Mitch. Mitch ist Tänzer, auch Choreograf, und hat eine Vorliebe für «Crossover». Sein Freund ist Musiker. Gelegentlich tanzt Mitch ein elaboriertes Solo zu dessen Livekonzerten. Schwer beeindruckt sind die beiden von ihren anderen Künstlerfreunden, Malern, Zeichnern und Bildhauern, auch wenn man in ihren Kreisen eine allzu genaue Zuordnung eines Tanzstils ebenso ablehnt wie die Festlegung auf nur eine Kunstrichtung. Man kann nicht behaupten, dass diese Haltung ihrer Künstlerkarriere bislang genutzt hat.
Aber sie leben ja und überdies in einem internationalen Netzwerk. In ihren Kreisen diskutiert man gern Fragen wie: Warum Tanz eigentlich in eine Black Box gehört, bildende Kunst in einem White Cube ausgestellt werden muss, und was genau das ist: der Klangraum der Musik? Die Klage, wie sehr solche architektonischen Festlegungen ihre jeweiligen Sparten beengen, haben sie schon bei mancher Flasche Wein gemeinsam erhoben.
Irgendwann ist die Sache mit der Box, dem Cube und dem Hörraum zu einer fixen Idee geworden. «Dice», der Würfel, findet Mitch, wäre ein gutes Bild für den Käfig der Künste. «Dice» könnte man eine Kompanie nennen oder ein ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: praxis, Seite 68
von Arnd Wesemann
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