konstanz
Der im letzten Dezember verstorbene Horacio Ferrer schuf die Libretti zu rund 80 Werken des Großmeisters des Tango Nuevo. Astor Piazzollas «María de Buenos Aires» von 1968 ist eins davon. Es erzählt von den Wurzeln des Tangos, singt vom Niedergang der Ärmsten, den Porteños in Buenos Aires, wohin zum Ende des 19. Jahrhunderts Flüchtlinge aus Europa und Afrika zu Tausenden strömten und einen gewaltigen Bodensatz aus Elend schufen. Im Theater Konstanz zeigt man das Scheitern der Gescheiterten am Rio Plata so konsequent, dass an eine Milonga gar nicht zu denken ist.
Keine der fünf Tänzerinnen um die in Berlin lebende US-Choreografin Dani Brown findet vor lauter Widrigkeiten wie Hunger und Erpressung auch nur einen Tango-Schritt. Das Team um Regisseurin Christine Eder sucht zwar Halt in der von Andreas Kohl konzentriert vorgetragenen Musik von Piazzolla, setzt aber notorisch auf Hintergründe, auf Drogen, Prostitution und Gewalt, sodass der Blick auf die Bühne entlang von Markensportkleidung und Second-Hand-Vintage eher in brasilianische Favelas oder hiesige Asylunterkünfte führt als in eine fernere Vergangenheit.
Im Zentrum steht als María eine kubanische Schauspielerin mit Hang zum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 38
von Arnd Wesemann
war wohl doch nicht die Richtige: im April vorigen Jahres war die Ballettmeisterin zur Leiterin des Cedar Lake Contemporary Ballet ernannt worden, ein Jahr später macht die Kompanie nun zu. Mit einer nüchternen Mitteilung auf der Homepage kündigte Damiani am 20. März das Ende der 16-köpfigen New Yorker Avantgarde-Truppe an; Vorstellungstermine im Mai und Juni...
Nach 22 Jahren als Tänzerin bei Pina Bausch unterrichten Sie den «unbekannten Körper». Was ist noch zu erforschen? Für Schauspieler, Tänzer, Menschen mit Behinderung gibt es immer Situationen, in denen sie von sich selbst überrascht werden – und sei es durch eine bestimmte Kopfneigung, die einer Haltung plötzlich eine ganz andere Bedeutung geben kann. Ich finde das...
bildband_________
der schöne roberto
Schönheit ist vergänglich – das weiß auch der italienische Starballerino Roberto Bolle. Und so beschenkt er sich und seine Fans nun zu seinem 40. Geburtstag mit einem neuen Bildband.
Im ersten Teil inszeniert sich Roberto Bolle als Reinkarnation des antiken Schönheitsideals in den Grabungsstätten von Pompeji: mal in klassischer...
