sylvie guillem

Sie ist ihren eigenen Weg gegangen, konsequent und kompromisslos. Jetzt verabschiedet sich die unverwechselbare Tänzerin mit «Life in Progress» von der Bühne – und zieht Bilanz im Gespräch mit Silvia Poletti

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Modena also, italienische Provinz. An einem Vorfrühlingsabend startet Sylvie Guillem hier ihre Abschiedstournee, geht das letzte Programm «Life in Progress» im Teatro Communale Pavarotti erstmals über die Bühne. Am Ende nimmt sie die Ovationen des Publikums entgegen – und alles ist wie immer: Ganz allein steht sie da, ein spontanes, mädchenhaftes Lächeln auf den Lippen, voller Lebensfreude. Auch dieses Mal wirkt sie fast überrascht, so als käme die Anerkennung völlig unerwartet. Sie strahlt über das ganze Gesicht, und jeder im Zuschauerraum spürt den Zauber dieses Augenblicks.

Der nie mehr wiederkehrt, wiederkehren kann, weil die Zauberin beschlossen hat, dass sie genug gezaubert hat. Nämlich über 30 Jahre lang.

Revolutionärin im Spitzenschuh

Sylvie Guillem hat die Ästhetik und das künstlerische Erscheinungsbild der klassischen Ballerina im ausgehenden 20. Jahrhundert exemplarisch revolutioniert. Und dabei hat sie dieses ganz und gar unverwechselbare Lächeln begleitet, das hinter jeden ihrer Auftritte einen ganz persönlichen Schlusspunkt setzte. Darauf angesprochen, meint sie: «Das Ende einer Vorstellung ist der Abschluss eines überaus komplexen physischen, emotionalen und mentalen ...

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Tanz Mai 2015
Rubrik: menschen, Seite 16
von Silvia Poletti

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