Wiedergeburt im Parkhaus

Die Deutsche Oper Berlin traut sich an Iannis Xenakis’ «Oresteia» und gewinnt in jeder Hinsicht – dank Moritz Gnann, David Hermann und Christof Hetzer

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Der Menschenstrom schiebt sich voran, drückt sich durch die Durchfahrt auf das Parkdeck der Deutschen Oper. Flutet wieder auseinander, verteilt sich auf den kargen Holzbänken. Links im Halbdunkel die Rückwand des Verwaltungstrakts, der Bühnenturm, rechts gähnen höhlengleich leere Stellplätze. Vorn das Kulissenmagazin mit den riesigen Stahltoren. Ein breiter Gang, überdacht, von Säulen gefasst, bildet die Bühne; hier sitzt auch das Kammerensemble der Deutschen Oper.

Hinauf führt eine breite Freitreppe, gekrönt von einer schwarzen Skulptur: ein Pyr vielleicht, ein ­Pinienzapfen, Symbol der Fruchtbarkeit im Dionysos-Kult.

Oben glimmt fahlblau der Abendhimmel; der September zeigt sich gnädig zum Spielzeitauftakt der Deutschen Oper. Drinnen wird noch an der Obermaschinerie gebaut, doch dem Haus ist es gelungen, aus der Not nicht nur das Bestmögliche, sondern etwas richtig Gutes zu machen. Die Open-Air-Kulisse im eigenen Hinterhof erweist sich als ideal für Iannis Xenakis’ «Oresteia» – weil die collagierte Architektur dieses Ortes so gut zu der heterogenen Gestalt des Stücks passt.

Die erste Fassung entstand, als die Bürger der Stadt Ypsilanti im US-Bundesstaat Michigan Anfang der ...

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Opernwelt November 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff

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