So nah, so fern

Am 10. Dezember 2012 starb Lisa della Casa mit 93 Jahren, tags darauf Galina Wischnewskaja im Alter von 86 Jahren. Abschied von zwei Sängerinnen, die beide auf ihre Weise eine Ära geprägt haben

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Die Schweizerin konnte ihr Leben ganz der Schönheit weihen. Die Russin verbrachte die wichtigsten Dekaden ihrer Laufbahn unter den dunklen Wolken der Politik. Lisa della Casa ging 1943 nach dem Studium bei Margarethe Häuser und dem Debüt in Solothurn/Biel (1941) an die Zürcher Oper, dann betrat sie als Sophie und Zdenka die Hallen des Ruhms: die der Wiener Staatsoper und der Salzburger Festspiele.

Sie durchlebte die Frühlingsjahre der Staatsoper unter der Ägide von Josef Krips, Karl Böhm und Herbert von Karajan und gab, ein Höhepunkt, bei der Eröffnung des Salzburger Festspielhauses die Rosenkavalier-Marschallin. Zwischen 1953 und 1968 sang sie 147-mal an der Met: eine von Weltruhmesglanz besonnte Laufbahn.

Die sieben Jahre jüngere Galina Wischnewskaja wuchs während der Belagerung von Leningrad bei ihren Großeltern auf, schloss sich einer Operettentruppe an und fand 1948 in Vera Nikolajewna Garina eine Gesangslehrerin, die sie auf ihre Karriere am Bolschoi vorbereitete. 1953 wurde sie für knappe zehn Jahre Sklavin des Theaters. «Verdiente Staatskünstler» mussten damit rechnen, «von anmaßenden Amtsträgern aus der Laune des Suffs nachts aus dem Bett geholt und zum Singen bei einer ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Jürgen Kesting

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