Ritual und Realismus
Es ist bereits die fünfte Strauss-Produktion der Ära Valery Gergiev. Und es ist eine Erfolgsgeschichte für das Mariinsky Theater. Die Wagner-Primadonna des Hauses, Larissa Gogolewskaja, wurde für ihre brillante Darstellung der Titelpartie in «Elektra» (2007) mit dem renommierten Preis «Die goldene Maske» ausgezeichnet. Das britische Regie-Team hinterließ bleibende Eindrücke. Nun hat Gergiev mit der «Frau ohne Schatten» ein weiteres Hauptwerk von Strauss angesetzt und für die szenische Einrichtung eben dieses Team eingeladen.
Wieder kann das Haus überzeugen: meisterhaft die Bühne von Paul Brown, inspiriert und packend das Spiel des Orchesters, das unter seinem Chef zugleich meditativ Bögen zu spannen und dramatische Ausbrüche zu entfesseln vermag.
Wir sehen zwei distinkte Sphären bzw. Handlungsebenen. Alles Märchenhafte geschieht in einem leeren, nur mit orientalischen Bäumen und stilisierten Pforten dekorierten Raum. Auch in den Kostümen mischen sich verschiedene Bildwelten: Der Kaiser trägt China-Mode (ein Furcht erregender roter Drache ziert den Rücken), die Kaiserin ein goldenes (an Klimt erinnerndes) Kleid, die Amme einen Pseudo-Folklore-Anzug, der die nordische Sagenwelt ...
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Unterschiedlicher können sie nicht sein, diese beiden Dirigenten-Leben, wie sie nun in Buchform vor uns ausgebreitet werden: hier der von Skandalen unbehelligte Georges Prêtre, dort der extravagante Leopold Stokowski, dessen Vita durchaus für einen Film getaugt hätte – das Medium, dem er so wohlwollend zugeneigt war.
Auch methodisch unterscheiden sich beide Bände....
