In der Arche des reinen Klanges
Hochfliegende, zukunftsweisende Pläne waren es. Für nicht weniger als rund 200 Millionen Schweizer Franken sollte in Luzern, gleich neben dem KKL, ein neues Theater erbaut werden. Nicht nur ein neues Haus als Ersatz für das marode Stadttheater. Sondern auch ein Theater der neuen Art – eine Salle Modulable nach Pierre Boulez, ein Ort der flexiblen Räume. So wollte es Michael Haefliger, der Intendant des Lucerne Festival, der dafür auch gleich das nötige Kleingeld besorgt hatte.
120 Millionen Schweizer Franken wollte ihm ein deutscher, bei Luzern lebender Mäzen für die Verwirklichung dieser Idee zur Verfügung stellen. Nach dessen Tod widerriefen die Erben diese Zusicherung, womit das Projekt ein erstes Mal auf Grund lief.
Die Initianten gaben freilich nicht auf. Mit Hilfe eines langwierigen, kostenintensiven Gerichtsverfahrens gelang es, die versprochenen Mittel lockerzumachen. In einem zweiten Anlauf wurde ein Vorprojekt erstellt und der politische Prozess, der in der Schweiz notwendig ist, in Gang gesetzt. Kurz nach Abschluss des Lucerne Festival 2016 jedoch wurde der Antrag der Kantonsregierung auf einen Beitrag für die weiteren Planungsarbeiten vom Parlament abgelehnt. ...
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Opernwelt November 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 24
von Peter Hagmann
Die Probleme gehen schon mit den Sprechtexten los. Mit dem pausbäckig-hölzern die vielstimmige französische Vorlage (Jean Nicolas Bouilly) nivellierenden Deutsch des Wiener Hoftheatersekretärs Joseph Sonnleithner, das auch in der Bearbeitung von Friedrich Treitschke nicht wirklich zündet. Schon Wieland Wagner hatte bei seiner Stuttgarter «Fidelio»-Inszenierung...
Woran liegt es, dass Wagners Opern sich in der Provinz besonders wohlfühlen? Ist es womöglich der schrullig-schlaue Plan des Meisters – er wandte sich bewusst von den Metropolen ab und dem verträumten oberfränkischen Bayreuth zu –, der da immer wieder fruchtet? Vor Jahren etwa in Meiningen (unter Kirill Petrenko), jetzt (im September) wieder in Westfalen,...
Einst an den Rand gedrängt, ist die Moderne nun fest verankert im Programm der Bregenzer Festspiele. Neben Otto M. Zykans «Staatsoperette» stand diesmal sogar eine zweite zeitgenössische Oper auf dem Programm: Miroslav Srnka vertonte in «Make No Noise» (2011) den brisanten Stoff eines Films, der die zufällige Begegnung zweier traumatisierter Menschen thematisiert,...
