Casa Verdi
Ronald Harwoods «Quartetto», benannt nach Verdis «Rigoletto»-Quartett aus dem dritten Akt («Un dì, se ben rammentomi»), wurde bereits 1999 in London uraufgeführt. Doch erst die Verfilmung durch Dustin Hoffman (2012 mit Maggie Smith) ließ auch deutsche Sprechbühnen zugreifen und den Mut fassen, die Casa Verdi-Variante aufs Programm zu setzen. Es geht um vier alte Sänger, die bei einer Altenheim-Gala ihre Stimmen für besagtes Verdi-Quartett noch einmal reaktivieren sollen.
Erstmals überhaupt ist das Stück jetzt in Berlin mit echten Opernsängern besetzt, die am Ende nicht nur zum Playback ihren Mund öffnen, sondern tatsächlich singen. Es sind Karan Armstrong (74), René Kollo (78), Victor von Halem (76) und Ute Walther (71).
Zuerst beunken die vier die entwürdigenden Gemeinheiten, die das Altern so schwer erträglich machen: Kurzzeitgedächtnisschwund, Zipperlein, galoppierende Libido bei rasant schwindender Potenz. Dann stellen sie mit eingestreuten Songs jazzig unter Beweis, dass auch betagte Kätzchen mausen können. «My Funny Valentine» von Richard Rodgers, «La Mer» von Charles Trenet oder Hollaenders «Falling in Love Again»: Bei diesen Standards verwandeln sich die unwürdigen Greise ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Kai Luehrs-Kaiser
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Für mich auf jeden Fall. Ich komme vom Klavier. An diesem Instrument kann man die Architektur einer Partitur ziemlich gut erfassen. Als Dirigent fühle ich mich wohler, wenn ich die Töne selbst in der Hand hatte, bevor ich vor das Orchester trete. Es geht dabei nicht um eine perfekte Wiedergabe,...
Die Sopranistin Anne Schwanewilms ist vor allem durch ihre Verkörperung der großen Strauss-Partien bekannt geworden. Seit einiger Zeit widmet sie sich aber auch intensiv dem Lied. 2013 legte sie ihr erstes Lied-Recital beim Label Capriccio vor, wo jetzt eine weitere CD erschienen ist.
Im Zentrum des klug komponierten Programms stehen elf Schubert-Lieder, darunter...
Es ist nicht klar, wer die Idee zuerst hatte; sie ist nicht neu, aber originell. Wenn Opernsänger jeden Abend so tun, als ob sie lieben und sterben, dazu mit stumpfen Schwertern kämpfen und – in einer Welt aus Holz und Pappe, die so beleuchtet ist, dass sie die Zuschauer für echt halten – Gift trinken, das gar nicht giftig ist: Reicht es dann nicht auch, nur so zu...
