Mit Nachdruck
Die Sopranistin Anne Schwanewilms ist vor allem durch ihre Verkörperung der großen Strauss-Partien bekannt geworden. Seit einiger Zeit widmet sie sich aber auch intensiv dem Lied. 2013 legte sie ihr erstes Lied-Recital beim Label Capriccio vor, wo jetzt eine weitere CD erschienen ist.
Im Zentrum des klug komponierten Programms stehen elf Schubert-Lieder, darunter einige der populärsten und meistaufgenommenen, wie «An den Mond», «Im Abendrot», «Die junge Nonne», «Der Tod und das Mädchen». Das fordert zum Vergleich heraus – den Schwanewilms nicht besteht.
Auch im Liedgesang, bei dem jede Nuance zählt, kann sie mit ihrer Neigung zum schönen Ton und zur runden Phrase die Opernsängerin nicht vergessen machen. Dennoch irritieren weniger die kleineren stimmlichen Unebenheiten – Intonationstrübungen, enge Tongebung, angestrengt klingende Spitzentöne, manierierte Vokalverfärbungen – als die oft wenig sensible, allzu nachdrückliche Wortdeklamation. Bei der Schubert-Auswahl, darauf deutet schon der der Schiller-Vertonung «Schöne Welt, wo bist du?» entlehnte Titel der CD, konzentriert sie sich auf reflexive, melancholische Stücke – und gerade dieser Ausdruck liegt Schwanewilms’ immer zum ...
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Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Uwe Schweikert
2012 verabschiedete sich Cornelius Meister vom Theater Heidelberg, das ihm 2005 den ersten GMD-Posten beschert hatte. Zwar leitet er seit 2010 mit Festvertrag das ORF Radio-Symphonieorchester Wien. Doch opernmäßig ist er auf Tour. Überall hat man den 36-Jährigen schon eingeladen – natürlich an die Wiener Häuser, aber auch nach München, Zürich, Covent Garden, an die...
Ein Tisch steht auf der Bühne, darauf liegt ein Berg alter Kleidung. Tot die, die sie getragen haben: Den Mann und fünf Söhne hat die Irin Maurya an das Meer verloren, nur der sechste, Bartley, blieb ihr noch. Und der will heute, bei Sturm, hinausfahren. Unterdessen quält sich Königin Dido, weil sie Aeneas liebt und doch dem verstorbenen Gatten treu bleiben...
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