Apropos... Beethovens Geliebte
Herr Reinvere, wie sind Sie eigentlich auf das Thema «Beethovens Tochter» gestoßen?
Auslöser meines Interesses war sein berühmter Brief an die «Unsterbliche Geliebte» aus dem Jahr 1812. Wenn man sich fragt, welche Frau die Adressatin dieses Briefes gewesen sein könnte, begegnet man sehr schnell Josephine Brunsvik, jener aus einem ungarischen Adelsgeschlecht stammenden Gräfin, die eine zentrale Rolle in Beethovens Leben spielte. Josephine war für ihn die wichtigste Frau überhaupt. Darauf deutet der leidenschaftliche Briefwechsel, von dem 14 Briefe erhalten sind.
Es spricht einiges dafür, dass ihre Begegnungen nicht rein platonischer Natur waren. Erst der Schweizer Musikwissenschaftler Harry Goldschmidt hat Ende der 1970er-Jahre auf die Bedeutung dieser Beziehung hingewiesen. Ich glaube, dass Josephine nicht nur die von Beethoven vergeblich umworbene «unsterbliche Geliebte» ist, sondern auch Mutter einer Tochter, die aus einem Rendezvous mit dem Komponisten hervorging.
Das von Ihnen selbst verfasste Libretto erzählt die Geschichte dieser Tochter. Auf welche Quellen stützt sich Ihr Bild von Minona?
Entscheidende Impulse verdanke ich Harry Goldschmidts Buch «Um die Unsterbliche ...
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Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Albrecht Thiemann
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