Wege aus dem Krisenmodus

Wie sich das Teatro La Fenice in Venedig und das Teatro dell’Opera in Rom gegen den Verfall von Italiens Opernkultur stemmen

Opernwelt - Logo

Es ist eine italienische Spezialität: Wenn etwas schiefläuft, ruft man Experten im Ausland an, um eine Lösung zu finden. Opernhäuser bilden da keine Ausnahme. Und doch gibt es Initiativen, die hoffen lassen. Vor allem zwei Traditionsinstitute haben während der letzten Spielzeiten ihren Kurs radikal umgestellt, um für Italien typische Probleme des Spielbetriebs in den Griff zu bekommen.

Erstes Beispiel: das Teatro La Fenice in Venedig. Seit 2011 hat es schrittweise das traditionelle Stagione-System aufgegeben und das nördlich der Alpen weit verbreitete Repertoire-Modell eingeführt.

Was zum einen dazu führte, dass mehr als die sieben oder acht (Neu-)Produktionen pro Saison gezeigt werden. So stehen inzwischen populäre Stücke wie Verdis «La traviata» (die am Teatro Fenice uraufgeführt wurde), Rossinis «Il barbiere di Siviglia» oder dessen jugendliche Farcen, aber auch Mozarts «Don Giovanni» über mehrere Jahre auf dem Programm. Die Anzahl der Aufführungen ist ebenso deutlich gestiegen wie die Zahl der Besucher – die Auslastung liegt inzwischen bei rund 95 Prozent. Die aktuelle, mit Verdis «Don Carlos» (Musikalische Leitung: Myung-Whun Chung, Inszenierung: Robert Carsen) gestartete ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2020
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Stefano Nardelli

Weitere Beiträge
Menschenkäfig

Der 1724 entstandene «Tamerlano» ist Händels finsterste, kühnste Oper, ihr Ausgangspunkt ein historisches Ereignis: der Kriegszug des Mongolen-Khans Tamerlan, der 1402 den türkischen Sultan Bajazet besiegte und diesen dann in einem Käfig mit sich führte. Der amerikanische Regisseur R. B. Schlather und sein Bühnenbildner Paul Steinberg greifen diesen Ausgangspunkt...

Nicht ohne Frivolität

Edgar Degas war als Vorläufer impressionistischer Tendenzen nicht nur ein hervorragender Maler, Zeichner und subtiler Farbjongleur des Pastells, sondern ein ebenso genauer Beobachter mit ausgeprägten experimentellen Interessen. Die aufkommende Fotografie nutzte er für die bildnerische Präzision der Bewegungswiedergabe. Berühmt und gerühmt wurden seine dynamischen...

TV-Klassiktipps Januar 2020

arte

01.01. – 18.15 Uhr
Neujahrskonzert 2020 aus dem Teatro La Fenice

Auf dem Programm: Arien und Ouvertüren von Verdi, Puccini, Offenbach und Nino Rota. Zum 17. Mal findet in Venedigs berühmten Opernhaus das traditionelle Neujahrskonzert statt. Auch diesmal wird der zweite Teil des Konzertes, der dem großen Opernrepertoire gewidmet ist, für das Fernsehen...