Alpiner Einstand

Innsbruck | Catalani: La Wally

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Auf dem hauseigenen Theatermagazin «Figaro!» prangt der Name in großen Lettern. «JOHANNES REITMEIER» – und zwischen den Zeilen der landsmannschaftliche Appetitmacher: «Gebürtiger Bayer folgt Brigitte Fassbaender nach». Fast einer der unseren, soll sich wohl der Innsbrucker denken.

Und immerhin beschert der neue Intendant, der von 2002 bis 2012 Chef des Pfalztheaters Kaiserslautern war, seinem Tiroler Publikum als Regisseur ein alpines Einstandsgeschenk: Alfredo Catalanis «La Wally», knapp 40 Kilometer Luftlinie von Innsbruck entfernt spielend, wurde im Haus unter der mächtigen Nordkette tatsächlich noch nicht aufgeführt.

Ein Überraschungserfolg. Nach anfänglichem Zögern sind die Karten begehrt, noch eine gute Zeit nach der Premiere ist das Landestheater fast ausverkauft. Wer Reitmeier, dem gebürtigen Oberpfälzer, übel will, könnte sagen: ein Ranschmeißer-Abend, zumal behutsam am Text entlangerzählt wird. Aber was mit einem Stück anfangen, das (ähnlich wie «Rosenkavalier» oder «Tosca») zeitlich und örtlich ziemlich genau definiert ist? Reitmeier wählt mit seinem Bühnenbildner Thomas Dörfler den Weg der sachten Stilisierung. Das Innere eines Eiswürfels könnte sein, worin sie ihre ...

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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Markus Thiel

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