Ästhetizismus und Vitalität

Monteverdi: Orfeo Lausanne / Oper

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Sichere Sache – so mag sich sagen, wer an Robert Carsen denkt. Dass es damit etwas auf sich hat, erweist der Beginn von Claudio Monteverdis «Orfeo», für dessen Inszenierung der kanadische Regisseur an die Oper Lausanne zurückgekehrt ist: an jenes Haus, an dem er vor drei Jahrzehnten seine erste Produktion im Musiktheater herausgebracht hat.

Weit offen hält Radu Boruzescu die Bühne, der Boden ist mit Blütenblättern in Rot-, Gelb- und Grüntönen bedeckt, in der gleichen Farbskala sind die sommerlichen Kostüme gehalten, die Petra Reinhardt für die fröhlich tanzende Gruppe junger Leute entworfen hat. Unter ihnen mit Orpheus und Eurydike das junge Paar, dessen Liebe noch scheu wirkt. Das ist jener Ästhetizismus, der jedem Verächter des Regietheaters Labsal schafft.

Doch dann nimmt das tragische Schicksal seinen Lauf, verdüstert sich das Bild (großartig, wie virtuos Carsen hier Gegen- und Seitenlicht einsetzt), verkündet Josè Maria Lo Monaco als eine ausstrahlungsmächtige, stimmlich souveräne Botin den Tod Eurydikes. Hier treten in die schönen Bilder Carsens die scharf gezeichneten Charaktere, die diesem Regisseur immer wieder gelingen, selbst im Umfeld eines eben nur scheinbar fernen ...

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Opernwelt November 2016
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Peter Hagmann

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