Teamwork oder: Was bleibt von 2009/2010?
Kunst kommt von Kontinuität. Das ist eines der Ergebnisse unserer diesjährigen Umfrage unter 50 Opernkritikern. Basel war 2009 als erstes Theater der Schweiz Opernhaus des Jahres, und es kann diesen Titel auch 2010 weiterführen. Hintereinander gab’s ihn bislang nur für Stuttgart, und das ist eine Weile her. Der Basler Erfolg hat wesentlich mit der klugen, vorausschauenden und kommunikativen Arbeit von Operndirektor Dietmar Schwarz zu tun.
Der studierte Theater- und Literaturwissenschaftler arbeitete an den Häusern von Freiburg, Bremen und Frankfurt, bevor er 1998 als Operndirektor ans Nationaltheater Mannheim kam. Seit 2006 ist er in gleicher Funktion in Basel tätig und wird bekanntlich 2012 die Intendanz der Deutschen Oper Berlin übernehmen (zum Leitungsteam gehört dann neben GMD Donald Runnicles auch der langjährige «Opernwelt»-Mitarbeiter Jörg Königsdorf als Chefdramaturg).
Als Schwarz nach Basel kam, lag die Auslastung bei 58 Prozent. Inzwischen hat sie sich auf 70 Prozent hochgerappelt. Und niemand wird behaupten, dass das mit einer Popularisierung des Programms oder einem Rückfall zur Ausstattungsoper zu tun hat. Eher schon damit, dass Schwarz die Kunst des Dialogs beherrscht: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Utopie Nummer 1: Ich träume von einer Zukunft, in der das System internationaler Koproduktionen, dieser ganze internationale Opern-Supermarkt zusammenbricht. Dann werden wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: statt Allgemeingültigem etwas ganz Spezielles zu erschaffen, mit speziell ausgewählten Künstlern an einem speziell ausgewählten Ort für ein ganz...
50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die...
Ist die Guckkastenbühne des 18. und 19. Jahrhunderts ein Auslaufmodell?
Ich komme gerade aus Italien, wo Hunderte herrlich altmodischer Theater- und Opernhäuser leer stehen oder totgespart werden. Mein Lieblingstheater ist das Teatro Olimpico von Palladio in Vicenza: ein oval in die Breite gezogenes Amphitheater im antiken Sinne. Ein archaisch zeitloser herrlicher...
