Ausblick und Rückblick
50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die Komische Oper nutzen.) Gekommen waren unter anderem Sängerinnen und Sänger, Dirigenten, Intendanten, Regisseure, Dramaturgen, aber natürlich auch viele Autoren, Mitarbeiter und Freunde.
Christiane Karg, «Opernwelt»-Nachwuchssängerin des Jahres 2009, trug Lieder von Schumann, Wolf, Mahler und Strauss vor, am Flügel begleitet von Burkhard Kehring.
Unter dem Motto «Was soll das Theater? Fünf Minuten Zukunft» hatten wir Opernkönner und -kenner gebeten, ihre persönliche Vision zu skizzieren. Auf den folgenden Seiten lesen Sie die Statements der Sopranistin Annette Dasch, des Komponisten Jens Joneleit, des Dirigenten Christian Thielemann, des Regisseurs und Intendanten Barrie Kosky und des Architekten Stephan Braunfels. Außerdem haben wir eine unterhaltsame Auswahl von Texten aus fünf Jahrzehnten «Opernwelt» zusammengestellt.
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Opernwelt Jahrbuch 2010
Rubrik: 50 Jahre «Opernwelt», Seite 92
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann
In einem Darmstädter Vortrag von 1961 dachte Theodor W. Adorno darüber nach, was künstlerische Utopie bedeutet. Seine Antwort: «Dinge machen, von denen wir nicht wissen, was sie sind.» Das konnte, über alle Sentenzhaftigkeit hinaus, konkret auf die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre bezogen werden. Und es hatte weitreichende Folgen. In der Oper bedeutete der...
Da saß er nun endlich im Ruhrtriennale-Büro und redete auf mich ein. Die Haare standen ihm vom Kopf, als wäre er gerade in einen Sonnensturm geraten. Seine dunklen Augen glänzten und ließen nicht los. Er erzählte von der unterirdischen Stadt, die sich von Duisburg bis Dortmund erstreckte, von den großen Bahnhöfen untertage und wollte dort irgendwo unbedingt ein...
Christoph!!
«Kein Bock auf Himmel! Ich will noch hierbleiben»,
hast du immer und immer wieder beschwörend gerufen.
Und du hast Recht behalten.
Du bleibst hier!
Auch wenn du einen gemeinen, ungleichen Kampf, der nicht zu gewinnen ist,
jetzt verloren hast.
Du bleibst hier.
Obwohl, wenn man sich ansieht, was die da oben mit ihrer Vorsehung treiben,
haben die dich...
