Die Ecke, nicht der große Kreis
Utopie Nummer 1: Ich träume von einer Zukunft, in der das System internationaler Koproduktionen, dieser ganze internationale Opern-Supermarkt zusammenbricht. Dann werden wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: statt Allgemeingültigem etwas ganz Spezielles zu erschaffen, mit speziell ausgewählten Künstlern an einem speziell ausgewählten Ort für ein ganz spezielles Publikum.
Wir sollten den Ensemblegedanken zu schätzen wissen, ebenso wie den Schöpfungsakt einer Neuinszenierung, und das nicht allein von der Konzeption bis zur Premiere, sondern für die gesamte Lebensdauer einer Produktion. […] Unser Ziel sollte das Lokale sein, nicht das Globale. Die Ecke, nicht der große Kreis. Das eigene Haus, nicht die Straße.
Utopie Nummer 2: Ich träume von einer Zukunft, in der ein internationales, von den Vereinten Nationen unterstütztes Verbot für das Wort «Regietheater» verhängt wird. Dann werden wir uns daran erinnern, was wirklich wichtig ist: etwas gemeinsam zu erschaffen.
Die Kraft des Dialogs, der Zusammenarbeit, der grundlegenden Team-Arbeit zu schätzen. Sich darauf zu besinnen, dass die beste Arbeit in einem Opernhaus nicht der Erfolg einer einzelnen Person oder eines Modells ...
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Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual...
«Die Kunst blüht, ist an der Herrschaft, streckt ihr rosenumwundenes Zepter über die Stadt hin und lächelt.» Ein Paradies. Und exakt 108 Jahre her. Es war Thomas Mann in der Novelle «Gladius Dei», der damals so von der Isarstadt schwärmte. Sein Fazit: «München leuchtete», was zu einer fast gleichnamigen kommunalen Medaille, zu «München leuchtet» führte, mit der die...
Am Telefon: Placido Domingo
Herr Domingo, kommt ein Belkantotenor reinsten Wassers aus Italien?
Nein, ich bin Spanier, in Madrid geboren.
Wann und wie begannen Sie zu musizieren?
Als ich neun Jahr e alt war, befreundete ich mich mit dem Klavier. Ich wollte Dirigent werden. Auch sang ich nebenher – natürlicherweise, denn sowohl mein Vater als auch meine Mutter...
