Sex'n' Error
Vor sechs Jahren schaffte es die Königliche Oper von Kopenhagen, an den internationalen BarockopernBoom anzuschließen. Dafür sorgten vor allem Lars Ulrik Mortensen mit seinem Orchester Concerto Copenhagen und Countertenor Andreas Scholl, der bei dieser Gelegenheit als Giulio Cesare seine zweite Bühnenproduktion bestritt (siehe OW 7/2002). Nun will das Haus an den Erfolg anknüpfen und hat die Weichen ähnlich gestellt. Wieder dirigiert Lars Ulrik Mortensen, und wieder entfesselt er eine stupende dynamische und agogische Bandbreite.
Was bei ihm fasziniert, ist die Balance zwischen genau ausgearbeiteten Klangvaleurs und einem großbogigen, nicht nur auf Rhythmus, sondern auf metrische Einheiten zielenden Musizieren. Wieder steht eine Händel-Oper an. Allerdings ist «Partenope» ungleich schwerer zu fassen als «Giulio Cesare». Das hat vor allem damit zu tun, dass die Stilmittel hier radikaler gemischt und hinterfragt werden. Händel komponiert melodisch-süffige Lamenti und kriegerische Kraftausbrüche. Doch gleichzeitig parodiert er all die Mittel, die ihm verschwenderisch zu Gebote stehen und die er gezielt marktpolitisch einsetzt. «Partenope» ist verkaufstüchtige Sex-and-Error-Komödie und ...
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«Die Frau ohne Schatten» ist gespickt mit Anspielungen und Motiven, mit Zitaten und Entlehnungen; sie lässt sich nicht wirklich inszenieren, ohne dass es an einigen Stellen gründlich hakt. Wer als Regisseur jeden Bezug, jedes Symbol mit einer Erklärung versehen möchte, ist schnell verloren.
Auf diesem Hintergrund verdient Guy Joostens Produktion für die Düsseldorfer...
