Im Zeitlosen

Düsseldorf, Strauss: Die Frau ohne Schatten

Opernwelt - Logo

«Die Frau ohne Schatten» ist gespickt mit Anspielungen und Motiven, mit Zitaten und Entlehnungen; sie lässt sich nicht wirklich inszenieren, ohne dass es an einigen Stellen gründlich hakt. Wer als Regisseur jeden Bezug, jedes Symbol mit einer Erklärung versehen möchte, ist schnell verloren.
Auf diesem Hintergrund verdient Guy Joostens Produktion für die Düsseldorfer Rheinoper reichlich Anerkennung. Da vergisst man schnell und gern, dass es mit den Gesten der Figuren, mit ihrer szenischen Kommunikation untereinander stellenweise etwas hapert.

Viel lieber folgt man Joos­tens Ansatz, der den märchenhaften Stoff nicht aktualisiert, sondern im Zeitlosen belässt und auf Allgemeinmenschliches abzielt: auf die Fähigkeiten zur Verwandlung und auf den Umgang mit dem Irrationalen. Joosten und sein Bühnenbildner Johannes Leiacker haben dafür eine räumlich stimmige Lösung gefunden, trefflich akzentuiert durch die ausgezeichnete Lichtregie von Manfred Voss. Auf einer Drehbühne befindet sich eine überdimensionale Treppe, deren oberer Teil die Geisterwelt des Kaisers darstellt, und in deren unterem Hohlraum Barak und seine Färbersfrau ihr Leben fristen – ein ziemlich simpler, aber wirkungsvoller ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Christoph Vratz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Das fühlende Herz

Der Schritt, den Diana Damrau auf ihrem zweiten Soloalbum macht, ist kühner, als es auf den ersten Blick aussieht. Denn obwohl Mozart schon im Zentrum ihres CD-Debüts gestanden hatte, proklamiert die gefeierte Königin der Nacht nun ihren Anspruch auf einem Terrain, auf dem sie mit den Kronjuwelen ihres Koloratursoprans wenig ausrichten kann: Bei Elvira, Vitellia...

Gestern und heute

Die drei Opern auf Libretti von Lorenzo da Ponte bilden einen eigenen Kosmos im Werk Mozarts. Deshalb haben Jossi Wieler und Sergio Morabito mit dem Dirigenten Ingo Metzmacher am Pult sie 2006 in Amsterdam an drei aufeinander folgenden Tagen als Zyk­lus herausgebracht (siehe OW 1/2007). Opus Arte hat die drei Stücke nun in einer preiswerten Box veröffentlicht....

«Ich möchte die Elsa singen»

Frau Netrebko, Sie sind inzwischen Mutter und leben in Wien. Könnten wir uns auch auf Deutsch unterhalten?
Vielleicht besser nicht (lacht). Sprachen sind meine schwache Seite. Ich versuche ja, was ich kann. Und auf dem neuen Album habe ich es vielleicht beinahe übertrieben. Es sind zehn Sprachen, die ich dort singe. In Wirklichkeit sind Sprachen das Schwierigste,...