Gestern und heute
Die drei Opern auf Libretti von Lorenzo da Ponte bilden einen eigenen Kosmos im Werk Mozarts. Deshalb haben Jossi Wieler und Sergio Morabito mit dem Dirigenten Ingo Metzmacher am Pult sie 2006 in Amsterdam an drei aufeinander folgenden Tagen als Zyklus herausgebracht (siehe OW 1/2007). Opus Arte hat die drei Stücke nun in einer preiswerten Box veröffentlicht.
«Così fan tutte» spielt unter jungen Menschen, in einem Schullandheim der fünfziger Jahre; die Demontage des «Don Giovanni»-Mythos nimmt auf einem riesigen Bettenfriedhof ihren Lauf, zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts; der «Figaro» schließlich ist in einem italienischen Auto-Showroom der Jetztzeit angesiedelt (Bühnenbild: Barbara Ehnes).
Ein großer musikalisch-szenischer Wurf gelang mit «Così». Die Schauplätze auf der Drehbühne – Etagenbettzimmer, Aufenthaltsraum mit Kamin und ein nüchterner Speisesaal – eignen sich bestens als Folie für das nuancenreiche, witzige, tiefsinnige Spiel und Singen der Akteure. Auch die Idee, statt eines Cembalisten für die Rezitative einen Gitarristen auf die Bühne zu setzen, leuchtet ein – was wäre eine Klassenfahrt ohne Klampfe!
Bei «Le nozze di Figaro» schlägt das Regie-Duo gleichfalls ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
In Moskau ist seit dem Krieg zwischen Russland und Georgien die Atmosphäre angespannt. Überall spürt man den Druck der Krise. Eine Welle patriotischer Gefühle kam hoch angesichts der russischen Militäraktionen gegen einen kleinen Staat, dem es bis vor Kurzem freundschaftlich verbunden war. Ein anderer Teil der Bevölkerung, zweifellos eine Minderheit, empfindet...
Eine Neuproduktion von «Lucrezia Borgia» gibt es nicht alle Tage. Auch an der National Opera in
Washington wäre das Stück wohl kaum in Erwägung gezogen worden, wenn Renée Fleming nicht zugesagt hätte, die Titelpartie zu übernehmen. Vor zehn Jahren hat die Sopranistin diese Lucrezia schon einmal gesungen, an der Scala – und wurde dort von den berüchtigten...
Nach Philadelphia kommt man in der Regel, um sich die historischen Stätten anzusehen. Abschriften der Unabhängigkeitserklärung, die Freiheitsglocke oder die Wirkungsstätten Benjamin Franklins locken jedes Jahr unzählige Besucher an. Weniger bekannt ist, dass es in Philadelphia auch eine veritable Operncompagnie gibt, die – wie in den USA üblich – einen...
