Die Kraft des Gitters

Philadelphia, Beethoven: Fidelio

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Nach Philadelphia kommt man in der Regel, um sich die historischen Stätten anzusehen. Abschriften der Unabhängigkeitserklärung, die Freiheitsglocke oder die Wirkungsstätten Benjamin Franklins locken jedes Jahr unzählige Besucher an. Weniger bekannt ist, dass es in Philadelphia auch eine veritable Operncompag­nie gibt, die – wie in den USA üblich – einen Stagione-Spielplan mit rund sechs Produktionen im Jahr bietet. Gespielt wurden und werden vorwiegend Schmacht-Klassiker wie «Madama Butterfly» oder «Traviata», seit ein paar Jahren be­müht sich Intendant Robert B.

Driver (einst Regieassis­tent bei Otto Schenk und Günther Rennert) jedoch um die vorsichtige Umerziehung des konservativen Publikums hin zu neuen Stücken und Inszenierungsweisen. Die Saison 2008/09 eröffnete Beethovens «Fidelio» in der Regie des Intendanten, der sich den Objekt- und Design-Künstler Jun Kaneko als Bühnenbildner mit ins Boot holte.
Bereits nach den ersten Takten geht ein Raunen durchs Auditorium, denn zu sehen sind keine History-Kostüme, sondern abstrakte Formen – mal sperrig, mal fließend –, die sich immer wieder zu einem Gitter­netz fügen, welches dann rasch durch andere «Objekte» durchbrochen wird. Ein ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Jörn Florian Fuchs

Vergriffen
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