Auf der Suche nach sich selbst

Krieg, Vergangenheitsbewältigung, Experimente: Neues Musiktheater in Moskau

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In Moskau ist seit dem Krieg zwischen Russland und Georgien die Atmosphäre angespannt. Überall spürt man den Druck der Krise. Eine Welle patriotischer Gefühle kam hoch angesichts der russischen Militäraktionen gegen einen kleinen Staat, dem es bis vor Kurzem freundschaftlich verbunden war. Ein anderer Teil der Bevölkerung, zweifellos eine Minderheit, empfindet dagegen tiefe Scham angesichts der Aggressivität und eines neuen Großmachtsge­barens. Diese widersprüchlichen Stimmungen kommen auch in der Musiktheaterszene – mal direkt, mal unterschwellig – zum Ausdruck.


An der Helikon-Oper ging kürzlich die Premiere der Oper «Rasputin» über die Bühne. Komponiert hat sie der Amerikaner Jay Reise, uraufgeführt wurde sie vor rund zwanzig Jahren an der New Yorker City Opera. Die Wahl ist interessant, spiegelt sich hier doch auch eine Tendenz zur positiven Umwertung der letzten Zarenfamilie. Sinnigerweise wurde der letzte russische Zar gerade offiziell rehabilitiert, als «Rasputin» Premiere hatte.
Es gibt in Russland bislang noch keine Oper mit einem Sujet aus der russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Reises «Rasputin» ist gekonnt und effektvoll komponiert: Das atonale Chaos des ...

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Opernwelt Dezember 2008
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Alexej Parin

Vergriffen
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