«Ich möchte die Elsa singen»

Anna Netrebko schaut lieber nach vorn als zurück. Warum sie in Arenen singt und so gern in Konzerte geht, warum Belcanto gut für die Stimme ist, wie Kind und Karriere zusammengehen und welchen Preis der Erfolg fordert, hat die Sopranistin Kai Luehrs-Kaiser verraten.

Opernwelt - Logo

Frau Netrebko, Sie sind inzwischen Mutter und leben in Wien. Könnten wir uns auch auf Deutsch unterhalten?
Vielleicht besser nicht (lacht). Sprachen sind meine schwache Seite. Ich versuche ja, was ich kann. Und auf dem neuen Album habe ich es vielleicht beinahe übertrieben. Es sind zehn Sprachen, die ich dort singe. In Wirklichkeit sind Sprachen das Schwierigste, was es für mich gibt.

Was ist daran so schwierig?
Ich behalte die Vokabeln nicht. Ich lerne zum Beispiel immer noch verzweifelt Französisch.

Vielleicht bin ich zu faul oder nicht intelligent genug. Meine Muttersprache spreche ich nur noch mit Freunden, und die sind vor allem in Russland. Ich lebe in New York, Wien und St. Petersburg. Drei wundervolle Städte. Mein neues Album ist beinahe ein Spiegel der Tatsache, dass ich sprachlich im Grunde wohl leicht entwurzelt bin.

Das Album heißt «Souvenirs». Schauen Sie gern zurück?
Der Titel ist nicht über mich. Die Idee war eher, ein Bouquet von Blüten und Blumen zusammenzubinden. Einige werden finden, sie passen nicht recht zusammen. Aber sie klingen gut zusammen. Das schwierigste war das andalusische Lied. Mein liebstes ist das jiddische. Ich wollte etwas ganz Altes darunter haben. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen
Weitere Beiträge
Editorial

Vor zehn Jahren haben wir die erste «Opernwelt»-CD produziert. Die Reihe, die seitdem entstanden ist, kann sich sehen und vor allem hören lassen – und sie folgt einer Grundidee. Alle diese CDs waren Sängerinnen oder Sängern gewidmet, die von der Plattenindustrie vernachlässigt wurden und wenig Chancen hatten, ihre Kunst und ihr Können für spätere Generationen zu...

Romas Wandlungen

Draußen duften während der Pausen Bratwürs­te, und gegen Abend wird es ein bisschen nass­kühl. Der oberfränkische Hügel muss also irgendwie ganz nah sein. Drinnen läuft Richard Wagner, inszeniert von Katharina Wagner, und wenn es nach dem medialen Aufgebot geht, das diese Premiere begleitet, dann ist Bayreuth wirklich nicht weit entfernt. Außerdem sind natürlich...

Wonnemond im Wüstenland

Sehen kann man noch nicht viel. Ja, irgendwo dort hinten in der mit Hitze vollgesogenen Luft und flirrendem Staubnebel beginnt die Brücke nach Saadiyat Island. Dort soll in den nächsten Jahren eine Insel des kulturellen Glücks wachsen. Die Brückenpfeiler stehen bereits; dahinter türmen sich Dutzende von Baukränen. Irgendwie schauert man bei diesem Blick von einem...