Auf Wanderschaft

Münchens Gärtnerplatz-Team zieht mit Honeggers Johanna in die Alte Kongresshalle

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Ein neuer Konzertsaal, wie mancher schon frohlockte, wurde damit nicht gefunden. Zu trocken, zu direkt die Akustik, auch müsste manches aufgehübscht werden. Trotzdem: Die Alte Kongresshalle mit ihrem Furnierholzschick der Fünfziger hat Charme – und taugt als provisorischer Spielort für diese Produktion. Bei seiner Wanderung durch Münchner Exilspielstätten ist das Gärtnerplatz-Team auf dem Gelände unweit der Theresienwiese angekommen. Bislang funktioniert die Saison außerhalb des Stamm­hauses, das drei Jahre lang renoviert wird, einigermaßen.

Das Weiße Rössl in einem Theaterzelt ist leidlich gebucht, der Don Pasquale im Cuvilliéstheater war ausverkauft. Als «halbszenisch» hatte man Arthur Honeggers Johanna auf dem Scheiterhaufen an­gekündigt, doch eigentlich ist die Aufführung in der Alten Kongresshalle konzertant. Dies allerdings angereichert durch Farbenspiele und damit Stimmungsverstärker von Münchens legendärem Licht-Meister Max Keller. Julia Stemberger gibt die Titelrolle als Mo­nument des Glaubens, fast unbeweglich an der Rampe, mit großer Dringlichkeit in der Deklamation. Bruder Dominik ist bei Michael von Au nicht gütiger Partner, sondern Cousin Mephistos. Auch für die ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Markus Thiel

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