Arme Vettern

Opern von Alexander Zemlinsky, Viktor Ullmann und Walter Braunfels aus Los Angeles auf DVD

Opernwelt - Logo

Die Opern von Alexander von Zemlinsky und Walter Braunfels teilen in mehrfacher Hinsicht ein gemeinsames Schicksal. Von den Nazis aus den Spielplänen verbannt, von der Nachkriegs-Avantgarde als «altmodisch» verpönt, wurden sie erst seit den 70er Jahren nach und nach wiederentdeckt und haben sich mittlerweile im Repertoire der deutschen Bühnen einen bescheidenen Nischenplatz erobert.

James Conlon, der während seiner Kölner Zeit bei EMI eine beachtenswerte Aufnahme von Zemlinskys «Der Zwerg» (1922) geleitet hat, stellte nun als Musikdirektor der Los Angeles Opera dieses Werk dem amerikanischen Publikum vor, gekoppelt mit Viktor Ullmanns «Der zerbrochene Krug». Nach der überaus positiven Aufnahme folgten «Die Vögel» (1920) von Walter Braunfels.

Zemlinsky wie Braunfels hatten und haben ein gemeinsames Problem: Sie stehen im Schatten von Richard Strauss, an dessen Werken sie sich lebenslang konkurrierend abarbeiteten. Bei Zemlinsky zeigt sich die unmittelbare Nachbarschaft schon in der Wahl eines Sujets von Oscar Wilde und dann – noch deutlicher – in der Behandlung des
Orchesters. Bei Braunfels’ sehr freier Adaption der antiken Komödie des Aristophanes sind die Parallelen zu Opern wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 21
von Ekkehard Pluta

Weitere Beiträge
TV-Klassiktipps

ARD
20.2. – 9.00 Uhr
Neujahrsgala 2011 (Auszüge).
SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Asher Fisch. Solisten: Anja Harteros, Jonas Kaufmann. Arien und Duette von Verdi, Cilea, Puccini und Catalani.


ARTE
1.2. – 6.00 Uhr
Szymanowski: Stabat mater.

2./8.2. – 6.00 Uhr
Martha Argerich und Mischa Maisky
beim Klavierfestival Ruhr 2010. Werke von Schumann.

3.2. – 6.00 Uhr
...

Unter der Prophetensonne

Die großen Opern Giacomo Meyerbeers werden selten gespielt. Das liegt nicht nur an den exorbitanten Anforderungen an die Sänger der Hauptpartien und am szenischen Aufwand. Auch die Quellenlage ist prekär: Meyerbeer pflegte mehr Musik zu komponieren, als er brauchte, und die endgültige Fassung der Oper erst während der Proben zu erstellen. Was nach oft radikalen...

Vivaldi und kein Ende

Bei seinem Debüt als Opernkomponist ging Antonio Vivaldi umsichtig vor. Obwohl er bereits Erfahrung als Arienzulieferer für andere Komponisten besaß, wich der 35-Jährige nicht nur von Venedig ins nahe Vicenza aus, sondern suchte sich auch ein Stück von kammerspielhafter Dimension aus: Mit fünf Rollen, ohne Chor ist «Ottone in Villa» die kleinste aller...