Woyzeck aus Dagenham
Patricia Benecke In «Motortown» geht es um einen Heimkehrer aus dem Irakkrieg. Um das, was der Krieg mit ihm angestellt hat. Ist das ein Antikriegsstück?
Simon Stephens Es ist nicht so sehr meine Reaktion auf den Krieg im Irak, sondern auf die Antikriegskampagne. Die besten Stücke für mich sind generell die, die nicht selbstbewusst einen Standpunkt vertreten, sondern Fragen stellen. Meine besten Stücke sind die, die ich nicht geschrieben habe, weil ich was verstanden habe, sondern weil ich was nicht verstanden habe. Das ist auch bei «Motortown» so.
Ich hatte massive Vorbehalte gegenüber dem Irakkrieg – wie jeder mit ein bisschen Hirnmasse –, aber ich konnte nicht verstehen, warum mir der Friedensmarsch so suspekt war. Ich glaube, das hatte mit meinem Eindruck zu tun, dass die Antikriegsaktivisten nur auf der Suche nach schneller Absolution waren; dass man es sich zu leicht machte, seine Hände in Unschuld zu waschen bezüglich der Dinge, die im Irak passierten. Mich hat der Slogan «No War for Oil» erbost – man kann nicht einfach «No War for Oil» in Ölfarbe auf ein Plakat malen (lacht) und mit dem Auto ins Zentrum fahren und auf den Antikriegsmarsch gehen. Wir sind Teil dieses Kriegs. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Happy Asia» war das diesjährige «Asia Contemporary Theatre Festival» in Schanghai überschrieben. Fragte man Nick Yu, den verschmitzten wie umtriebigen Festivaldirektor nach dem Motto, fiel die Antwort wellnessmäßig schlicht aus. Er fände, die Menschen seien zu gestresst, zu besorgt um ihr wirtschaftliches Fortkommen, ihren beruflichen Erfolg in der neuen Zeit....
Den Skandal gab es schon vor der Premiere. Das Dortmunder Theater warb für Thirza Brunckens «Faust»-Inszenierung mit einem Plakat, auf dem das Foto eines Mannes mit blutig geschlagenem Gesicht zu sehen war. Offensichtlich hatte ihn jemand mit Faustschlägen traktiert. Darüber prangte, wie über allen Dortmunder Theaterplakaten, der Spruch: «Willkommen in Dortmund».
So...
Die Glanzzeit des P.S. 122, der ehrwürdigen East-Village-Institution für experimentelles Theater, war schon lange vorbei, als vor zwei Jahren unter anfänglich großen Protesten der Australier Vallejo Gantner die künstlerische Leitung des Hauses übernahm. Gantner kündigte an, dass er das P.S. 122 wirtschaftlich rentabler machen und für interkulturellen Austausch...
