Vitamin Berlin

Argentinische Dramatiker mit Hang zum Existenziellen und amerikanische Regisseure mit Hang zur Ironie geben New Yorks ermüdeter Bohème-Theaterszene beim P.S. 122-Festival «Buenos Aires in Translation» einen subkulturellen Vitaminschub

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Die Glanzzeit des P.S. 122, der ehrwürdigen East-Village-Institution für experimentelles Theater, war schon lange vorbei, als vor zwei Jahren unter anfänglich großen Protesten der Australier Vallejo Gantner die künstlerische Leitung des Hauses übernahm. Gantner kündigte an, dass er das P.S. 122 wirtschaftlich rentabler machen und für interkulturellen Austausch zwischen dem East Village und dem Rest der Theaterwelt sorgen würde. Zumindest letzteres ist ihm mit seinem jüngsten Coup, dem Festival «Buenos Aires in Translation» (BAiT), gelungen.

Das Festival brachte kürzlich eine Frische in die angeschlagene Bohème-Theaterszene Manhattans, die man schon lange für nicht mehr möglich gehalten hatte. Trotz aller Finanznot sahen die vier präsentierten Inszenierungen gut aus. Die ansonsten gängige Political Correctness wurde für existenzielle und manchmal blutrünstige Dramen made in Argentina aufgegeben, und überhaupt gab es ein cooles, kosmopolitisches Theater-Selbstverständnis zu sehen, das sich verführerisch echt anfühlte.

Das von Shoshana Polanco kuratierte BAiT bestätigt nicht nur die seit ein paar Jahren umlaufenden Gerüchte, dass Buenos Aires das regierende Epizentrum des ...

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Theater heute Januar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Daniel Schreiber

Vergriffen
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