Windmühlen vor Graz
Christian Winkler, 1981 in Graz geboren und in der Steiermark aufgewachsen, kennt das englischsprachige Theater ebenso wie das deutschsprachige und ist erst vor kurzem von seinem Londoner Regiestudium nach Österreich zurückgekehrt, um nun von dort aus als Regisseur und Autor Theater zu machen.
Und in den letzten Monaten ist viel passiert: Winkler hat seine Texte in London und Graz uraufgeführt, den österreichischen Retzhofer Literaturpreis gewonnen, mit dem vor ihm schon Gerhild Steinbuch, Johannes Schrettle und Ewald Palmetshofer ausgezeichnet wurden, und für das Schauspielhaus Graz «Life of Graz», eine Soap über die Stadt Graz, geschrieben. Mit dem Blick von außen auf seine Heimat hat er von den alltäglichen kleinen Utopien der vergangenen 60 Jahre erzählt.
Hier wie in all seinen Stücken fällt seine bikulturelle Theaterbiografie auf: So ist der Österreicher in seiner Form fast britisch, da er, handwerklich sicher, gut gebaute Situationen und Dramaturgien erzählen kann. Und gleichzeitig überrascht der Österreicher in diesen gut gebauten Konstrukten durch seinen Humor und seine Sprache.
Winkler beschreibt Menschen in ihren alltäglichen Zusammenhängen. Gewöhnliche Menschen in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2008
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 182
von Sandra Küpper
Was für ein schöner Titel: «Theater des Jahres 2008». Dankeschön, liebe Kritiker! Wir werden dieses Prädikat feiern, und Bernd Wilms, der im Abgehen ausgezeichnete Intendant, wird zum Anstoßen auf seiner alten West-Ost-Route von Charlottenburg nach Mitte in die Schumannstraße geradelt kommen. Glückwünsche werden jederzeit gerne entgegengenommen, unsere Grafik...
Eine Krise ist immer eine gute Sache. Wenn das Theater sich selbst abschafft, dann werden wir dieses Schauspiel genießen. Untergang ist überhaupt das beste Schauspiel.» (Boris Groys) Im Berliner Landwehrkanal, in den im Januar 1919 – wie in Brechts «Ballade vom ertrunkenen Mädchen» poetisiert – die ermordete Rosa Luxemburg geworfen wurde, dümpelt 2008 ein...
Was Theaterkritiker über Jürgen Goschs «Onkel Wanja»-Inszenierung denken, ist zwar wie üblich nicht einheitlich, aber doch sehr eindeutig: Sie haben sie mit großem Vorsprung zur Inszenierung des Jahres gewählt!
Wir haben drei Schauspieler – Constanze Becker, Jens Harzer und Ulrich Matthes – gefragt, wie es dazu kam: ganz einfach und ziemlich kompliziert....
