Wiesbaden: Ab 14
Ein aufgerissenes Hemd, eine abgestreifte Hose, ein kurzes Stöhnen. Dann liegen sie wieder da auf ihrem Luxussofa ohne eine Idee, wie die Restzeit totzuschlagen sei – für immer und ewig. Hedda verdreht die Augen überm Wonnemund, Jörgen schaut verlegen weg, und vorbei ist es mit der Intimität des Scheinehepaars.
Denn im Kleinen Haus des Staatstheaters Wiesbaden leben Hedda und Tesman unverbunden nebeneinander in ihrem Vorzeigeheim: Intendant Uwe Eric Laufenberg hat hier Ibsens «Hedda Gabler» inszeniert, und die ewig Unzufriedene und ihren blässlichen Gatten in einem schicken, graublauen und modernen Wohnzimmer angesiedelt. Im Hintergrund, auf einem wandfüllenden Bildkasten, schimmert der Fjord im Sonnenlicht.
Gerade sind sie von der Hochzeitsreise heimgekehrt, gleich wird ihre Vergangenheit sie einholen in Gestalt von Eilert Lövborg – Jörgens ewigem Konkurrent und Heddas ehemaligem Geliebten, der das auf Schulden erkaufte Glück der beiden bedroht. Die Tochter des Generals, eine hohe Schöne mit dunklen Springfederlocken, die elegant ihre Schultern umspielen, heiratete den Kleinbürger Tesman, weil dieser versprach, sie zu versorgen. Nun also fläzt sie sich lässig auf dem schicken ...
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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Chronik, Seite 67
von Esther Boldt
Identität entsteht aus den Bildern, die man von sich selbst hat. Mit Hilfe der Erinnerung verknüpft man diese Bilder. Das ist der selbstkonstruierte Kern des Eigenen: die Biographie. Neue Bilder der eigenen Vergangenheit zu integrieren, ist schwer: «Das Schwierigste nicht scheuen, das Bild von sich selbst ändern.» (Christa Wolf)
Thomas Melles Aufarbeitung des...
Jesko
Malte
Johannes
Konstantin
Lehrerin (Katja)
Bettina
Sandra
Beamter
Reporter
Stimmen und Körper
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Was habe ich erlebt. Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Was habe ich erlebt? Wissen Sie, was Sie erlebt haben? Ich nicht. Ich meine das nicht im erkenntnistheoretischen, philosophischen Sinne. Ich meine das wirklich im lebensweltlichen Sinne, als Grundlage...
Peer Gynt», steht auf der ersten Umschlagseite des Programmhefts, «Oder die Unmöglichkeit, Peer Gynt zu sein» auf der zweiten. «Oder wie Henrik Ibsen 1879 anfing, unglaublich tolle Frauenrollen zu schreiben», folgt auf der dritten. Schließlich ein vierter Titel-Anlauf: «Oder die Erlaubnis für Frauen, total auszurasten». In ungefähr diesen Gedankenschritten dürfte...
