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Stimmen und Körper

 

 


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Was habe ich erlebt. Weiß ich nicht. Keine Ahnung. Was habe ich erlebt? Wissen Sie, was Sie erlebt haben? Ich nicht. Ich meine das nicht im erkenntnistheoretischen, philosophischen Sinne. Ich meine das wirklich im lebensweltlichen Sinne, als Grundlage unserer Erfahrung, nein, als unsere Erfahrung.

Habe ich gestern ein Brot gegessen, oder was? Ja, glaube schon, Käse drauf, und Gurken. Oder was. Was erlebe ich gerade? Ich kann mein Denken zum Gegenstand machen oder meine Schulterschmerzen. Oder vielleicht ein Jucken hinterm Ohr, das gerade nicht da war, oder das Schaben der Hose an meinem Knie. Oder eben meine Vergangenheit. Wie steht das eigentlich genau mit der Entfremdung von Freund X? War ich da der ausschlaggebende Nervfaktor, oder er? Und sind wir überhaupt entfremdet? Neulich im Kino, war das so wie früher, oder war das so wie immer, oder war das anders und wird nie mehr besser? Das wird, je genauer zerdacht, umso mehr zu einem gallertartigen Ding ohne Rand oder Grenze. Leben wir vielleicht in einem ziemlich abscheulichen, menschenverachtenden und –vernichtenden ...

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Theater heute Mai 2016
Rubrik: Stück, Seite 99
von Thomas Melle

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