Viel Theater um nichts
Eigentlich wollte Carsten Lusch endlich Schluss machen. Nachdem er sich zuletzt ein Haus von einem Bauunternehmer schenken ließ, ist seine Karriere als Energieminister passé. Ein Journalist, mit dem dann auch noch seine Frau durchbrannte, hat die korrupten Seilschaften aufgedeckt. Nun sitzt der gestrauchelte Phrasendrescher hinter der Glanzfassade seines schmucken Hauses zwischen Stereotürmen und Retromobiliar, hält sich die Pistole an den Kopf und wartet noch auf das letzte Abenteuer seines zusammengestürzten Bilderbuchlebens: eine Prostituierte.
Jordi Galcerans Stück «Adieu, Herr Minister», das derzeit in der deutschsprachigen Erstaufführung am Staatstheater Darmstadt zu sehen ist, beginnt als bissige Persiflage auf einen moralisch maroden Politikbetrieb. Über der persönlichen Tragödie gaukelt netter Sprachwitz, und auch Andrea Thiesens Akteure geben ihr Bestes. Doch aller Slapstick kann einen schwachen Text kaum retten. Denn was als Satire beginnt, versickert im Klamauk.
Geradezu schicksalhaft schneit Handelsvertreterin Sonja (Gabriele Drechsel) wie ein rettender Engel in das Interieur des Suizidgefährdeten (Matthias Kleiner), lässt sich nicht abwimmeln und entpuppt sich als ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Björn Hayer
Aachen, Grenzlandtheater
4. LaBute, Tief in einem dunklen Wald
R. Anja Junski-Setzer
Aachen, Theater
14. Mann, Mario und der Zauberer
R. Stefan Rogge
15. Preußler, Die kleine Hexe
R. Dora Scheider
Aalen, Theater der Stadt
13. Yolcu nach Andersen,
Die Schneekönigin (U)
R. Yüksel Yolcu
23. Roger-Lacan, Der Krawattenklub
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Annaberg,...
Mit dieser Rede hätte er sich den Rest gegeben, wäre nicht ohnehin schon alles verloren und Dantons Tod längst ein abgekartetes Spiel der jakobinischen Tugendmafia. Der niederländische Film- und Bühnenstar Pierre Bokma bürstet die Titelrolle in Johan Simons’ Büchner-Inszenierung zur Spielzeiteröffnung an den Münchner Kammerspielen ganz gewollt gegen den Strich: als...
Die Frankfurter Kammerspiele, das Kleine Haus, waren noch nie mehr als eine Schachtel. Wenn man, wie jetzt Jürgen Kruse, so viel Zeug hineinstopft, dass man den Deckel nicht mehr zubekommt, sieht man, wie hart gequetscht das Bühnenleben hier immer ist.
Kruse stört das nicht, er findet hier die Grenzen, die er sprengen kann. Die Zuschauer sitzen in ihrem angehängten...
