Verspielte Revolte
Nein, noch ist es nicht ganz vorbei mit den glücklichen Tagen des Kapitalismus, in denen sich unsere Gesellschaft Theater leisten kann und diese Theater Schauspieler, und die Schauspieler es sich wiederum leisten können, Musik zu hören und dazu kleine absurde Geschichten zu erfinden – alles ganz entspannt! «Wir werden siegen! Und das ist erst der Anfang» heißt der bunte Abend, den die Regisseurin Christiane Pohle zur neuen CD von Peter Licht «Lieder zum Ende des Kapitalismus» im Neuen Haus der Münchner Kammerspiele arrangiert hat, und, wer weiß, vielleicht ist das der Anfang eines n
euen Trends, statt der üblichen Videos auch mal Theater zu Musik zu produzieren.
Nun ist Peter Licht – oder wie auch immer der inzwischen in Köln beheimatete Schwabe mit bürgerlichem Namen heißen mag – ein Poplyriker, der mit federnden Texten («Die Schwerkraft ist überbewertet, und die Sonne kocht auch nur mit Wasser. Die soll sich nicht so aufspielen, die alte Sau!») das Hirn durchlüftet und die Alltagswelt ganz sanft ein wenig aus den Angeln hebt, zumindest so weit, dass man sich vom «Sonnendeck» (so der Titel seines Überraschungshits aus dem Jahr 2000) wieder einen Überblick über die wirklich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Bürgermeister Kruschkatz hat reiche Erfahrungen mit der historischen Wahrheit. Er hat sein Amt in Guldenberg, Christoph Heins DDR-Paradeprovinznest, 19 Jahre lang versehen, länger als jeder seiner Vorgänger und zur besten Aufbauzeit: von 1957 bis 1976. Er hat darüber seine Frau verloren, erst an seinen Widersacher Horn, dann an den Krebs, und er hat die deutschen...
Im Hotel tagt das Paralympische Komitee: Menschen in Rollstühlen, mit Bein- oder Armprothesen sitzen beim Nachtessen. Vor dem Hotel balancieren Jugendliche auf Stelzen und versuchen, das Prothesengefühl zu spüren. Drei Tage später ist die Welt im Paralympics-Hotel völlig verkehrt: Da ist nämlich Juventus Turin zu Gast, es ist Sonntagnachmittag, und die Spieler...
TH Ihre Inszenierung von Feridun Zaimoglus halb-dokumentarischen Frauenmonologen «Schwarze Jungfrauen» am Berliner Hebbel am Ufer ist Ihre erste Theaterarbeit. Was hat Sie als Filmregisseur an die Bühne verschlagen?
Neco Çelik Shermin Langhoff, die Kuratorin des Projekts «Beyond Belonging – Migration» am HAU, kam auf mich zu. Sie hatte die «Jungfrauen»-Monologe bei...
