Untergang eines Mannsbildes

Essen, Schauspiel: Shakespeare «Macbeth»

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Machtstreben, Mord, Selbstzerstörung – «Mac­beth» scheint das Shakespeare-Stück dieser Tage. Johan Simons hat es Anfang des Jahres als blutrünstige Gewaltstudie mit der Toneelgroup Amsterdam zelebriert, und Jana Schulz mordete sich noch kürzlich als traumatisierter Macbeth-Jüngling durch die Inszenierung von Karin Henkel an den Münchner Kammerspielen.

Geschlecht und Gewalt scheinen sich besonders gut an diesem Stück verhandeln zu lassen, immer eingedenk der legendären «Macbeth»-Inszenierung von Jürgen Gosch am Düsseldorfer Schauspielhaus (2005), in der sich eine Gruppe nackter, (kunst-) blutüberströmter Männer im Testosteronrausch über die Bühne schlug.

Am Schauspiel Essen beginnt Wolfgang Engel nun die Spielzeit mit einem vergleichsweise unblutigen Macbeth, bei dem auch die Gender-Frage nicht verhandelt wird. Vielmehr liegt der Akzent auf der Mechanik des einmal in Gang gebrachten Geschehens, das sich an einem immer bewegungsunfähiger werdenden Helden vollzieht. Fast schon auf die Größe eines Kammerspiels ist die Tragödie (in der Übersetzung von Thomas Brasch) eingedampft und auf knapp zwei kurzweilige Stunden komprimiert. Keine «Macbeth»-Inszenierung, die die Hütte zum Brennen ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Natalie Bloch

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