Das geht nicht mehr weg
In der Kritikerumfrage des aktuellen «Theater heute»-Jahrbuchs wurde in der zweifellos interessantesten Rubrik «Ärgerlichste Erfahrung des Jahres» dreimal mehr oder weniger explizit Bühnenwatch genannt, ein loser Zusammenschluss von Geistes- und Kulturarbeitern. Als Erklärung werden «fehlgeleitete Sittenwacht», «PC-Gesinnungspolizei» und «Gesinnungspauschalismus» angeführt. «Tugendwächter» oder «Moralapostel» wären auch denkbar gewesen, kamen hier aber nicht zum Zuge.
Das ist so die Sprache, in der wir Kritiker über Leute reden, die das Theater dafür kritisieren, dass es mitunter rassistisch sei in seinen Darstellungsweisen.
Warum machen die das?
Bevor ich erkläre, warum es unmöglich sein kann, dass unser mal geliebtes, oft gescholtenes Theater rassistisch ist, möchte ich eine einfache Frage stellen: Warum macht Bühnenwatch das? Warum geben die sich so viel Mühe, verbinden sich, investieren eine Unmenge von Zeit in Stellungnahmen, Diskussionsbeiträge oder sogar Aktionen, wie einst im Berliner Deutschen Theater, wo sich 42 Leute eine Karte für die Thalheimer-Inszenierung von Dea Lohers «Unschuld» gekauft haben, nur um an einer bestimmten Stelle aus dem Stück wieder hinauszugehen und ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Magazin: Blackfacing-Debatte, Seite 65
von Matthias Dell
Aachen, Grenzlandtheater
4. LaBute, Tief in einem dunklen Wald
R. Anja Junski-Setzer
Aachen, Theater
14. Mann, Mario und der Zauberer
R. Stefan Rogge
15. Preußler, Die kleine Hexe
R. Dora Scheider
Aalen, Theater der Stadt
13. Yolcu nach Andersen,
Die Schneekönigin (U)
R. Yüksel Yolcu
23. Roger-Lacan, Der Krawattenklub
R. Tina Brüggemann & Tonio Kleinknecht
Annaberg,...
Was für ein Bühnenbild! David Gonter hat einen engen Guckkasten in das Osnabrücker Theater am Domhof gezwängt, eine Bühne in die Bühne, und diesen Kasten als Erdhöhle eingerichtet, als düsteres Dreckloch, das wiederum durchlöchert ist, am Boden und an den Seiten, so dass die Darsteller rein- und rauschlüpfen können. Die Bühne schreit: Dieser Abend wird skurril. Und...
Das ehemalige Kolosseum-Kino in der Nußdorfer Straße ist heute ein Supermarkt. Beinahe wäre ein Theater daraus geworden. Als die Stadt Wien 1976 eine neue Spielstätte für Hans Gratzers Theatergruppe Werkstatt suchte, war das Kolosseum Gratzers Favorit. Die Wahl fiel schließlich auf einen anderen, kleineren Kinosaal: Im damals gerade geschlossenen Heimatkino in der...
