Über die Wupper
Ein neues Haus, eine neue Intendantin. Aber keine freudige Erwartung. Zu schwer wiegen die Hypotheken der Vergangenheit und die Lasten der Gegenwart.
Wenn man das neue «Theater am Engelsgarten», wie sich die neue Spielstätte des Wuppertaler Schauspiels nennt, mit der alten vergleicht, erhält man ein Bild für die veränderte gesellschaftliche Situation des Schauspiels in Deutschland: Hier der elegante, repräsentative Bau von 1966 mit Platz für 700 Zuschauer, zurückhaltend modern, auch etwas verspielt mit seinen Wandelgängen und japanisierenden Gärtchen, im Zentrum der Stadt, umflossen von der Wupper. Dort nun versteckt hinter einem historischen Bergischen Haus (dem Friedrich-Engels-Haus), integriert in das Museum für Frühindustralisierung, von einer Straßenböschung begrenzt, eine umgebaute Lagerhalle mit 160 Plätzen, erweitert um einen kleinen, roten Anbau für Künstlergarderoben und ein enges, gläsernes Foyer. Marginalisierung und Musealisierung ins architektonische Bild gesetzt.
Das Schauspielhaus verwittert inzwischen einer möglichen neuen Verwendung entgegen. Es gibt Pläne für die Installation eines Pina-Bausch-Zentrums mit internationaler Projektwerkstatt dort. Die ...
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Theater heute März 2015
Rubrik: Start, Seite 50
von Gerhard Preußer
Ein Tumbleweed ist einer dieser Gestrüppballen, die der Präriewind durch einsame Städte des Wilden Westens weht. In der Western-Ikonografie steht das Ding für «gottverlassene Gegend». Wenn sich auf der Besetzungsliste eines Theaterstücks ein Tumbleweed findet, ist das also eine recht eindeutige Botschaft. Juliane Stadelmanns Stück «Noch ein Lied vom Tod» spielt...
Ein Gespenst geht um in Europa, das Gespenst der Demokratie. Immer mehr Bürger gehen auf die Straße wegen des Abbaus sozialer Errungenschaften und gegen eklatante Ungerechtigkeiten. Schon vor dem Wahlsieg von Syriza in Griechenland hatten in der Öffentlichkeit wenige, aber vernehmliche Stimmen gewarnt. Sie hatten argumentiert: Die Demokratie kann scheitern, wenn...
Bislang ist die Kulturtechnik des Surfens auf dem Theater definitiv zu wenig gewürdigt worden. Vor viertausend Jahren erfunden von Polynesiern, um 1769 auf Hawaii dokumentiert vom Frühkolonialisten James Cook und seit Anfang des 20. Jahrhunderts auch in Kalifornien und an der französischen Atlantikküste praktiziert, entstand in den 1960er Jahren an der...
