Tag der offenen Tür im Knast

Dietmar Dath «Farbenblinde Arbeit»

Theater heute - Logo

Zwei junge Frauen streiten über Politik und Triggertheorie. In Bremen schuften Niedriglohnempfänger in einem Hochregallager, das belegschaftsintern Guantánamo genannt wird. Zeus spricht über den Untergang der Medienkultur. Aus Künstlern werden Journalisten, oder sie machen ein Kunstprojekt im Knast. In «Farbenblinde Arbeit» geht es um unsere Arbeitswelt, die Krise der Printmedien und Wahrnehmungsprobleme, um Kunst im Knast und Kunst als Knast. Und um einen persönlichen Rachefeldzug.

Nach einem Streit über das Programm ihres feministischen Filmclubs schmeißt Michelle ihre Mitbewohnerin Sofie aus der Wohnung. Michelle glaubt, dass man Frauen, die Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt gemacht haben, vor bestimmten Filmen schützen muss, um ih­-re traumatischen Erlebnisse nicht erneut auszulösen. Für Sofie ist diese Triggertheorie eine Bevormundung und po­litisch gesehen Unsinn, weil sie direkte Aktionen verhindert. Sofie ist Künstlerin und arbeitet mit Frauen im Gefängnis an einem Kunstprojekt. Computerprogramme übersetzen die Stimmungen der Frauen in grafische und akustische Objekte. «Affektives Programmieren» nennt sie das. In der aktuellen Debatte über die Privatisierung der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 176
von Ingoh Brux

Weitere Beiträge
Das große Burgwelttheater

Franz Wille (im Intendantinnen-Zimmer) Schönes Büro, man kann hier schon ein bisschen abheben.
Karin Bergmann Hier in dem Zimmer eher nicht. Das Burgtheater birgt zwar immer die Gefahr, dass es so etwas potenziert, aber das ist mehr ein Phänomen für die Feststiege. Hier im Büro holt einen dagegen ständig die Realität ein. Ich hebe nur ab, wenn ich unten auf der...

Labor der Vielfalt

Der Zustand der Theater ist Ausdruck der Gesellschaft, von der sie unterhalten werden. Ästhetisch. Strukturell. Organisatorisch. Wie sollte es auch anders ein. Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so, wie es ist. Das Personal, die ästhetischen wie politischen Programme bilden ab, wie es um die Macht- und Verteilungsverhältnisse in Deutschland, in...

dosenfleisch

§4 vom gefühlsstau
fernfahrer es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, es spürt der körper die geschwindigkeit, erst wenn sie nicht mehr ist. hält auch der
wagen an, der körper will noch weiter fahren. der körper will nach hause fahrn zu frau und kind, weil träg eine beharrlichkeit da in dem körper wohnt, wenn er erstmal in...